Von wegen Tabak…


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Zigaretten waren mit Kaninchenkötteln gestreckt

Mit 12 Verhaftungen hat die Guardia Civil einen Tabakschmugglerring ausgehoben, der gefälschte Markenzigaretten nach Teneriffa verschoben hat.

1.618.963 Zigarettenpäckchen wurden sichergestellt. Nicht allein die 1,4 Milliarden Euro Steuern, die diese Schmuggler hinterzogen haben, erregen die Gemüter. Es ist vor allem die Tatsache, dass der Tabak gestreckt wurde – mit Kaninchenkötteln.

Wieder einmal stehen sich Raucher und Nichtraucher als Gegner gegenüber. So fordern die ersteren dringend, dass die betroffenen Marken bekanntgegeben werden müssen – „Meine Frau klagte schon seit einiger Zeit, dass der Tabak komisch schmeckt“ – und die Rauchergegner zeigen offen ihre Schadenfreude: „Ist doch egal, was für ein Kraut ihr raucht, ist doch eh alles Sch…“

Die Guardia Civil startete ihre Ermittlungen nach Klagen von Rauchern, die sich darüber beschwerten, dass ihre am Kiosk erworbenen oder aus Automaten gezogenen Zigaretten unterschiedlichster Marken plötzlich ziemlich seltsam schmeckten. Analysen ergaben nicht nur erhöhte Kohlenmonoxyd-, Schwermetall-, Teer- und Nikotinwerte, sondern auch „Abfall in Form von Tierexkrementen, genauer gesagt „Kaninchenfäkalien.“

Hinzu kamen Anzeigen von Tabakfabriken, die den Verkauf von Fälschungen ihrer Markenware vor allem im Süden von Teneriffa, in Bars und Discotheken, festgestellt hatten. Erste Ermittlungen deuteten auf gewisse Importeure hin, die ihre Ware als „steuerbefreit“ deklarierten, weil sie zur Versorgung von Passagierschiffen im Hafen bestimmt sei.

Tatsächlich jedoch wurde die Ware auf Teneriffa, auf dem spanischen Festland und in Andorra verschoben. Das Frachtgut wurde in Containern verschifft, deren Inhalt als „alte Autoreifen zum Recycling“ deklariert war. Die sichergestellte Schmuggelware wurde bei der Durchsuchung mehrerer Frachtschiffe entdeckt. Ihr Verkauf hätte dem Schmugg­­­-lerring 4,84 Millionen Euro eingebracht.

Die Schmugglerorganisation hat gemeinsame Sache mit fünf bestochenen Beamten gemacht, die inzwischen alle verhaftet sind. Die Anklage gegen alle Beteiligten lautet auf Vergehen gegen die öffentliche Gesundheit, illegale Gruppenbildung, Bestechung, Schmuggel sowie Wirtschafts- und Steuervergehen.




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