Vergängliche Kunstwerke aus Sand und Blüten


© Moisés Pérez

Am 11. Juni wurde in La Orotava Fronleichnam gefeiert. Untrennbar mit diesem religiösen Fest verbunden ist die Tradition der Blumenteppiche in den Straßen. Ebenso das weltweit einzigartige riesige Sandbild, das einheimische Künstler aus verschiedenfarbigem Sand aus der Vulkanlandschaft des Teide-Nationalparks auf dem Rathausplatz anfertigen.

Das Bild wurde erst spät am Vortag fertiggestellt. Das fertige Werk war wie immer nur wenige Stunden zu bewundern, denn schon am selben Abend wurde es durch die Prozession, die darüber hinwegzog, zerstört.

1847 führte die Familie Monteverde diesen Brauch auf der Insel ein, nachdem sie die italienische Stadt Verona an Fronleichnam besucht hatte und begeis­tert von dieser Kunst war. Leonor del Castillo und Ma­ría Teresa Monteverde fertigten damals den ersten Blumenteppich vor ihrem Haus in der Calle del Colegio in La Orotava an.

Heute werden die Blumenteppiche weiterhin in der Calle Colegio, aber auch in anderen Straßen des alten Stadtkerns von La Orotava angefertigt. Die Kunst wurde zwar im Laufe der Jahre perfektioniert, an dem Handwerk hat sich jedoch seit jener Zeit nichts geändert.  

Dieses Jahr belegten die Blütenteppiche eine geschätzte Fläche von 5.500 Quadratmetern. 36 kleinere und größere Kunstwerke verliehen an einem herrlich sonnigen Tag La Orotava das Festkleid, für das die Stadt zu Fronleichnam weltberühmt ist. Tausende Menschen strömten in die Stadt, um die vergänglichen Kunstwerke zu bewundern.




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