Urlauber stirbt bei Ausflugsfahrt vor Masca


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Ein Bootsführer weigerte sich, das Infarkt-Opfer zum Hafen zu bringen – Polizei ermittelt wegen unterlassener Hilfeleistung

Bei einem Bootsausflug in die Gewässer vor dem Barranco de Masca und Los Gigantes ist ein etwa 60-jähriger deutscher Urlauber zu Tode gekommen. Er erlitt beim Baden aus noch ungeklärten Gründen einen Herzstillstand. Als die anderen Ausflugsgäste bemerkten, dass der Mann mit dem Gesicht nach unten im Wasser trieb, halfen sie, ihn zurück ins Boot zu bringen.

Reanimationsbemühungen an Bord waren erfolglos. Das Ausflugsschiff erreichte den Hafen von Los Gigantes nach etwa 20 Minuten. Das Team der dort wartenden Ambulanz bemühte sich noch über eine Stunde lang erfolglos, den Mann ins Leben zurückzuholen. 

Auf der Basis der Aussagen der Besatzung und Gäste des Ausflugsbootes hat die Polizei eine Untersuchung gegen einen etwa 30-jährigen Einwohner von Santiago del Teide eingeleitet. Dieser war zum Zeitpunkt des Unglücks mit einem leichten, schnellen Boot vor Ort und verweigerte sich den inständigen Aufforderungen und Bitten der Ausfügler und der Besatzung, den leblosen deutschen Urlauber schneller als es mit dem Ausflugsschiff möglich war, in den nächsten Hafen zu bringen. 

Er soll sich mit den Worten, dies sei nicht seine Angelegenheit, dagegen verwahrt haben, zu helfen. Die Guardia Civil ermittelt wegen unterlassener Hilfeleistung. 

Die Berichte der Ausflügler über das Verhalten der Besatzung des Ausflugsschiffes in diesem Notfall sind widersprüchlich. Eine Spanierin erzählte der Presse, man habe kopflos, agiert und von der Bootsmannschaft habe keiner Reanimationsversuche machen wollen. Andere berichten, dass es im Gegenteil die Frau, welche diese Beschwerde formuliert hat, gewesen sei, die mit der Situation nicht umgehen konnte. Sowohl die Besatzung als auch ein deutscher Arzt, der unter den Urlaubern war, hätten sich um den Mann bemüht.




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