Und täglich grüßt der Müll…


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Regionalzeitung prangert mangelnde Sauberkeit in Puerto de la Cruz an

Selten werden die Dinge so klar ausgesprochen. Die regionale Zeitung „Diario de Avisos“, die auf Teneriffa gedruckt wird, hat in ihrer Ausgabe vom 24. August einen Missstand angeprangert, der längst augenscheinlich ist.

Ganz im Gegensatz zu der gewöhnlichen Vorsicht, die die hiesige Presse bei Kritik gegenüber den Behörden an den Tag legt, schont Redakteurin Gabriela Gulesserian in ihrem ausführlichen Bericht über den mangelhaften Sauberkeitszustand in Puerto de la Cruz die Stadtverwaltung keineswegs.

In allen Stadtteilen mangelt es an Sauberkeit. Ob La Paz, Playa Jardín, El Botánico, Taoro Park oder der Fischerhafen, überall fand auch Fotograf Andrés Gutiérrez Stellen, die als Beweis dafür dienen. Angehäufte Müllsäcke, die scheinbar vergeblich darauf warten, abgeholt zu werden, unzählige Zigarettenkippen und Hundekot auf Straßen und Wegen sind nur einige Kritikpunkte. Bezüglich des Hundekot-Problems weist Gabriela Gulesserian in ihrem Artikel darauf hin, dass aus den Reihen der Opposition im Rathaus bereits im Mai der Vorschlag kam, einen eingezäunten Hundepark in der Stadt einzurichten, wo die Vierbeiner unter Aufsicht ihrer Besitzer frei toben können. Auf das

wiederholte Nachhaken der Opposition in dieser Angelegenheit reagierte die Stadtverwaltung schließlich mit der Mitteilung, dass bereits seit 2011 „daran gearbeitet“ werde und im Ortsteil La Paz sogar ein Grundstück gefunden wurde, das dafür infrage käme. Das Fehlen finanzieller Mittel habe die Umsetzung aber bislang verhindert.

Des Weiteren wird in dem tadelnden Artikel der Zustand des Hafenparkplatzes kritisiert: „Der Hafenparkplatz, der von Einheimischen und Touristen gleichermaßen genutzt wird, gleicht einer Müllkippe, genauso wie Playa Jardín, wo es trotz wehender Blauer Flagge, die ein Zeichen für Umweltqualität ist, keine Mülleimer im Sand gibt, sondern nur an der Promenade. Strandbesucher deponieren ihren Abfall in notdürftig an den Natursteinmauern angebrachten offenen Müllsäcken, welche die Tauben anlocken.“

Abschließend wird als Ursache für das Sauberkeitsproblem in Puerto de la Cruz die Kürzung der Ausgaben für das Müllabfuhr- und Straßenreinigungsunternehmen angeführt. Im vergangenen Jahr beschloss die Stadtverwaltung Einsparungen bei diesem Posten. Um sage und schreibe 30% wurden die Zahlungen an das Unternehmen Sufi Tarajal gekürzt, was nicht nur Gehaltskürzungen bei den Mitarbeitern nach sich zog, sondern sich offenbar auch in einer nachlassenden Reinhaltung der Stadt niederschlägt.

Auf Drängen von Bürgern, die sich angesichts der mangelhaften Sauberkeit Sorgen machen, wurde von der sozialistischen Opposition im Rathaus ein Treffen zwischen der Stadtverwaltung und dem Unternehmen Sufi Tarajal nahegelegt, um die Mängel aufzudecken und nach Lösungen zu suchen. Bislang geschah nichts dergleichen. Nach mehrmaligem Nachhaken in verschiedenen Ratssitzungen kam die Mittelung „man arbeite daran“.




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