Unbequemes Erbe der Franco-Diktatur


© Moisés Pérez

Viele Straßennamen in Santa Cruz de Tenerife beziehen sich auf den Caudillo

Santa Cruz de Tenerife ist vielleicht eine der spanischen Städte, in denen immer noch die meisten Straßen- und Platznamen zu finden sind, die an die Diktatur von Francisco Franco erinnern.

Herausragendstes Beispiel hierfür ist sicherlich ausgerechnet eine der Hauptverkehrsadern von Teneriffas Hauptstadt, die Rambla General Franco, an der zu allem Überfluss auch noch ein Denkmal an den Caudillo erinnert. Die spanische Regierung bemüht sich schon seit längerem im Rahmen eines geplanten Gesetzes, des sogenannten Ley de la Memoria Histórica, dieses sowie zahlreiche andere nur schwer nachvollziehbare Versäumnisse zu beheben. Bislang allerdings mit wenig Erfolg. Immer wieder scheitern die Versuche, einen Konses in dieser Angelegenheit zu erreichen, nicht zuletzt an dem Widerstand der oppositionellen PP. Doch es gibt Hoffnung, denn am 31. Oktober wurde eine entsprechende Gesetzesvorlage zumindest schon mal im Abgeordnetenkongress verabschiedet.

Auch auf lokaler Ebene wird seit langem schon versucht, zumindest eine Einigung zur Umbenennung der Stra­ßen und Plätze zu erreichen, die noch heute im Zusammenhang mit der Franco-Diktatur stehen. In Santa Cruz de Tenerife wurde hierfür beispielsweise bereits 2002 ein Ausschuss gebildet, der Möglichkeiten und die Vorgehensweise zur Umbenennung dieser Straßen und Plätze prüfen sollte. Doch auch hier konnte bislang lediglich erreicht werden, dass die Calle 18 de Julio in Calle Juan Pablo II umbenannt wurde. Ein Großteil der Mitglieder der derzeitigen Stadtverwaltung sind zwar grundsätzlich für eine Umbennenung. Doch abgesehen von den sechs Ratsherren der Sozialisten, zeigen alle übrigen Stadtratsmitglieder nur wenig Bereitschaft, diesen Vorschlag auch in die Tat umzusetzen.

Das wird sich vermutlich auch erst dann ändern, wenn das Gesetz des historischen Gedächtnisses endlich über die notwendige Mehrheit zur endgültigen Verabschiedung verfügt.




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