Umweltschützer zeigen Granadilla-Stiftung an


Die Unabhängigkeit der Einrichtung wird angezweifelt

Die Umweltschutzorganisation Ben Magec-Ecologistas en Acción gibt ihren Kampf gegen den umstrittenen Bau eines Industrie- und Handelshafens in Granadilla nicht auf. Obwohl schier alle Möglichkeiten, den Bau doch noch zu verhindern, ausgeschöpft zu sein scheinen, hat die Organisation Mitte Mai einen erneuten Versuch gestartet.

Wie bekannt gegeben wurde, hat Ben Magec vor der EU nun angezeigt, dass sie ernste Zweifel an der Unabhängigkeit der Stiftung hege, die nach einer EU-Auflage gegründet wurde und darüber wachen soll, dass bei den Bauarbeiten die von Brüssel geforderten Umweltschutz-Ausgleichsmaßnahmen eingehalten werden. Die EU, deren letzte Bedingung um dem Hafenprojekt doch noch ihren Segen zu erteilen, die Gründung von eben dieser Stiftung war, hatte gefordert, dass diese völlig unabhängig sein müsse. Das ist sie nach Angaben der Umweltschützer jedoch in keiner Weise. Man müsse sich nur einmal genauer die Zusammensetzung der Stiftungsmitglieder anschauen, so ein Sprecher von Ben Magec. Den Vorsitz führe beispielsweise der kanarische Minister für Territorialpolitik, Domingo Berriel, der einst bereits „Daten manipuliert“ hatte, als er behauptete, das von dem Hafenbau betroffene Gebiet verfüge nicht über nennenswerte umweltschutzwürdige Charakteristiken. Und auch die Besetzung des Amtes des Vizechefs lasse deutlich an der Unabhängigkeit der Stiftung zweifeln, da es dem Chef von Teneriffas Hafenbehörde, Pedro Rodríguez Zaragoza anvertraut wurde. Jeder weitere Kommentar darüber erübrige sich, so Ben Magec.




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