Über die Hälfte der Spielzeugspenden war Schrott


© Ayto SC

Dennoch konnten dank der Benefizgala der Rotarier viele arme Kinder beschenkt werden

Am Sonntag, dem 21. Dezember fand im Theater Guimerá in Santa Cruz de Tenerife die vom Rotary Club veranstaltete Benefizgala „Un juguete, una entrada“ statt. Bei dieser Veranstaltung wird kein Eintritt erhoben, sondern am Eingang pro Person eine Spielzeugspende für arme Kinder abgegeben.

Musik, Theater und Tanz bildeten das Programm, das auch von zahlreichen Insel-Berühmtheiten wie dem Sängerinnen-Duo K-Narias, der Gruppe Almas Gemelas oder dem Sänger Pepe Benavente mitgestaltet wurde. Wie das Presseamt der Stadt mitteilte, wurden etwa 500 Spielzeugspenden abgegeben, die noch vor dem Dreikönigstag über verschiedene Hilfsorganisationen an bedürftige Kinder verteilt wurden.

Bedauernswert und ein wahrhaftiges Armutszeugnis für viele Besucher der Veranstaltung war allerdings der Zustand vieler Spielzeuge. Mitarbeiter der Hilfsorganisationen, die nach der Benefizgala die gespendeten Gegenstände sortierten stellten fest, dass etwa 60% des Spielzeugs in einem sehr schlechten Zustand oder gar kaputt waren und somit nur noch entsorgt werden konnten.

Da viele Geschenke in Papier verpackt abgegeben wurden, konnte der Inhalt erst später begutachtet werden. „Vielleicht hätten wir die Päckchen vor den Augen der Spender öffnen sollen, denn dann wäre dem einen oder anderen sicher die Schamesröte ins Gesicht gestiegen“, bemerkte ein Mitarbeiter. Verblüfft hätten sie außerdem beobachtet, wie ein Vater mit zwei Kindern zur Veranstaltung gekommen sei, aber nur ein Geschenk abgegeben habe. Natürlich habe man auch diesen Dreien trotzdem Zutritt gewährt; die Verwunderung über die mangelnde Sensibilität aber bleibt.

„Solidarität bedeutet etwas anderes, denn auch bedürftige Kinder haben ein Recht auf richtige Geschenke, und eine Benefizveranstaltung hat nicht den Sinn, Eintritt gegen die Abgabe von unbrauchbaren Gegenständen zu gewähren“, stellte ein anderer Mitarbeiter fest. Natürlich habe es auch Ausnahmen gegeben, denn manche Besucher brachten tolle und sogar neue Geschenke mit. Doch mehrheitlich seien Kleinigkeiten abgegeben worden, die wie Verlegenheitsgeschenke wirkten. „Dabei wäre es so einfach und billig gewesen, bei irgendeinem chinesischen Laden etwas Brauchbares und Schenkenswertes für drei Euro zu erstehen.“




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