Über 10 Millionen Euro Bußgeld für einen Blackout

Auf Teneriffa lagen die Straßen stundenlang im Dunkeln. Foto: Moisés Pérez

Auf Teneriffa lagen die Straßen stundenlang im Dunkeln. Foto: Moisés Pérez

Die Kanarenregierung will Endesa wegen des totalen Stromausfalls auf Teneriffa vom 29. September 2019 mit dieser Summe sanktionieren

Teneriffa – Die Energie-Generaldirektion der kanarischen Regionalregierung hat ein Bußgeld von 10.039.674 Euro gegen den Stromversorger Unelco-Endesa gefordert. Die Umstände des totalen Stromausfalls, der am 29. September 2019 die Energieversorgung auf der gesamten Insel Teneriffa für bis zu neun Stunden auf Null setzte, beinhalten nach Auffassung dieser Behörde einen schweren sowie einen sehr schweren Verstoß gegen das geltende Energieversorgungsgesetz.
Über eine Million Personen in 460.000 Haushalten waren durch den Stromausfall im vergangenen September betroffen. Die Störung nahm am 29.09.2019 um 13.11 Uhr ihren Ausgang im Umspannwerk Granadilla und breitete sich über die gesamte Insel aus. Erst um 22.15 Uhr konnte die Stromversorgung vollständig wieder hergestellt werden.
Auch der Red Eléctrica de España (REE), der Betreiber des Leitungsnetzes, soll eine Geldstrafe entrichten, die mit 30 Millionen Euro dreimal so hoch angesetzt ist wie die von Endesa. Ein schwerer und drei sehr schwere Verstöße gegen das Energieversorgungsgesetz sollen hier vorliegen.
Die Unternehmen haben nun Gelegenheit, eine Gegendarstellung einzureichen. Beide Firmen haben angekündigt, von diesem Recht Gebrauch zu machen. Endesa vertritt den Standpunkt, der Blackout sei von einer Störung im Umspannwerk von Granadilla ausgegangen. Dieses gehöre Endesa nicht, somit liege der Vorfall und seine Folgen nicht in der Verantwortung des Unternehmens. REE seinerseits erklärte, man werde weiterhin mit der öffentlichen Verwaltung zusammenarbeiten, um den Vorfall aufzuklären. Man habe sich bei REE jedoch strikt an das geltende Recht gehalten und alle Ressourcen, die der Plan für die Wiederherstellung der Stromversorgung vorsehe, zur Verfügung gestellt.
Der Blackout vom September 2019 war der siebte große Stromausfall der letzten 20 Jahre und der fünfte, bei dem eine ganze Insel vollständig ohne Strom war.

34 Mio. Euro in 10 Jahren

Im vergangenen Jahrzehnt gab es mehrere große Stromausfälle, für die gegen Endesa wiederholt Strafzahlungen von insgesamt 24,6 Millionen Euro verhängt wurden, über 34 Millionen Euro, rechnet man die jüngste Sanktion hinzu. Die Gerichte haben die erstgenannte Summe jedoch im Zuge der Einspruchsverfahren, die durch Endesa angestrengt wurden, auf 3,6 Millionen Euro reduziert.

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