Tropensturm „Delta“ besucht Ärztekongress

Die „Paisaje Lunar“ soll nicht betreten werden. Foto: wb

Die „Paisaje Lunar“ soll nicht betreten werden. Foto: wb

28. internationaler interdisziplinärer Seminarkongress für ärztliche Fortbildung im Hotel Riu Garoé in Puerto de la Cruz

Vom 24. November bis 3. Dezember fand in Puerto de la Cruz der 28. internationale interdisziplinäre Seminarkongress für ärztliche Fortbildung statt. Seit vier Jahren veranstaltet der Berufsverband Deutscher Internisten e.V. mit Hauptsitz in Wiesbaden den Kongress im Hotel Riu Garoé, das über ein hervorragendes Kongresszentrum mit vielen Kursräumen verfügt.

Rund 180 Internisten, Neurologen, Urologen, Gynäkologen und weitere Ärzte verschiedener Disziplinen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien und Italien nahmen dieses Jahr an dem täglich bis zu neun Stunden langen Kongressprogramm teil. Schwerpunktthemen der Veranstaltung waren Krankheiten der Niere und der endokrinen Organe, arterielle Hypertonie und internistische Intensivmedizin.

„Ich bin bestimmt schon zum zwanzigsten Mal auf der Insel und komme jedes Jahr gerne wieder nach Teneriffa“, sagt der verantwortliche Organisationsleiter des Kongresses, Prof. Dr. med. Wolfgang Arnold. Zusammen mit Frau Matzkies klärt er über die wichtigsten Inhalte der einwöchigen Veranstaltung auf. 41 namhafte Referenten und Referentinnen aus verschiedenen deutschsprachigen europäischen Ländern waren eingeladen und informierten die Ärztinnen und Ärzte über die neuesten medizinischen Ergebnisse in Forschung und Praxis. Insgesamt 13 Kurse, sowohl Refresherkurse wie Sonographiekurse zu den Themen Lungen-Pleurasonographie, Echokardiographie und Farbduplexsonographie, und Workshops zu den Bereichen Orthopädie, Diabetologie, Ernährungsmedizin, Lungenfunktion, Dermatologie in der täglichen Praxis, psychosomatische Grundversorgung, geriatrisches Basisassesment und Reisemedizin fanden parallel zu den Vorträgen statt.

„Die Teilnehmer sind sehr zufrieden mit der Organisation und der Qualität des Kongresses, wie wir anhand der Zahl der Ärzte sehen können, die immer wieder unserer Einladung folgen“, erklärt Prof. Arnold. Um die hohe Qualität der Seminare weiterhin zu gewährleisten wurde ein ausführliches Bewertungssystem erstellt, mit dem die Zufriedenheit der Teilnehmer gemessen wird. Die Referenten aus Deutschland, der Schweiz und Österreich werden nach Rhetorik, Qualität der Präsentation und Inhalt bewertet. Am Ende jedes Vortrages wird außerdem anhand eines TED-Systems das Erlernte oder Gehörte abgefragt – ein Test, der sowohl den Teilnehmern als auch den Referenten wichtige Informationen lieferte.

Wer diesen Kongress mit Urlaub verwechselt, hat sich das falsche Erholungsziel ausgedacht. Sechs Stunden Anwesenheit pro Tag sind Pflicht. Per Chipkarte wird elektronisch die gesamte Dauer der Anwesenheit erfasst. Jeder Arzt, jede Ärztin ist gesetzlich verpflichtet, in fünf Jahren 250 Fortbildungspunkte nachzuweisen, um damit den aktuellen Wissensstand zu dokumentieren.

„Auf Teneriffa kann ein Teilnehmer bis zu 39 Punkte erhalten“, erklärt Frau Matzkies, durchschnittlich sind es 20 Punkte. Außerdem müssen deutsche Ärztinnen und Ärzte eine nahtlose Teilnahme am Kongress bestätigen lassen, damit die Teilnahme sowohl von finanztechnischer als auch von landesärztlicher Seite anerkannt wird. Ein wesentlicher Punkt, da die Ärzte nicht nur Teilnahmegebühren zahlen, sondern auch für den Transport und Aufenthalt aufkommen müssen. Anders als die Veranstaltung werden sie selbst üblicherweise nicht gesponsort.

Dieses Jahr erlebten die   Kongressteilnehmer hautnah mit, wie der Tropensturm Delta über Teneriffa hinweg fegte. „Draußen tobte ein ungewöhnlich starker Wind und dann fiel der Strom aus“, erzählt Prof. Arnold von den Geschehnissen vom 28. November. Es kam immer wieder zu kurzzeitigen Stromausfällen, die für einige Referenten, die per Beamer und Laptop eine Präsentation vorbereitet hatten zu einer echten Herausforderung wurden. Improvisation und rhetorische Fertigkeiten waren nun gefragt. Die Teilnehmer wurden dazu aufgefordert das Hotel nicht zu verlassen, um sich nicht unnötig in Gefahr zu begeben. „Das wird uns aber natürlich nicht davon abhalten, auch in Zukunft wieder nach Teneriffa zu kommen“, versprach Prof. Arnold. Die Reservierung für das nächste Jahr im Hotel Garoé sei bereits gemacht.

Zu bemängeln sei nur die Tatsache, dass man dieses Jahr zum ersten Mal nicht wie üblich vom Cabildo in das Casino Taoro eingeladen worden sei. Aus finanziellen Gründen habe die Inselregierung diesmal von dieser Tradition Abstand genommen. Dies kann sich aber nächstes Jahr schon wieder ändern, wenn das Casino wie geplant an den Lago Martianez umgezogen ist.




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