Tristesse in Mesa del Mar


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Sperrung des Strandes hat schlimme Folgen für die Anwohner

Der Strand von Mesa del Mar im Gemeindegebiet Tacoronte war innerhalb der letzten drei Jahre insgesamt 15 Monate wegen Steinschlaggefahr gesperrt.

Die schwarz-sandige Playa und der lange, direkt am Meer verlaufende Spazierweg, führt an schwarzen Felsen und von Krebsen, kleinen Fischen und Napfschnecken bevölkerten Tümpeln vorbei zu einem kleinen Campingplatz und von dort weiter zum Schlösschen von Óscar Domínguez. Er ist die Lebensader der kleinen Siedlung. Doch nun, da das Betreten des Strandes und der dahinter liegenden Landschaft verboten und mittels eines hässlichen, hohen Blechzauns verhindert wird, sind für die 602 Einwohner von Mesa del Mar traurige Zeiten angebrochen. Seit im Januar dieses Jahres ein riesenhafter Steinblock den Steilhang hinab und mitten auf den Strand gerollt ist, besteht die Sperrung, und die für notwendig erklärten Sicherungsmaßnahmen lassen auf sich warten.

Martín Ferrera, Präsident der Nachbarschaftsvereinigung versteht nicht, warum der ganze Strand gesperrt wird, weil „ein paar Steine“ heruntergefallen sind. „Hier sind immer Steine heruntergekommen, große und kleine, zu allen Zeiten.“ Nach der Erfahrung der Anwohner sind jene Felsbrocken, die auf die Zufahrtsstraße fallen, die sich den Steilhang über Mesa del Mar herabwindet, viel gefährlicher. „Hier fallen jeden Tag Steine herunter und nie sind irgendwelche Maßnahmen ergriffen worden, außer die Straße wieder freizuräumen“, erklärt Ferrera die Situation.

Dagegen sind die Felswände, welche den Strand säumen, von Drahtnetzen überzogen, und es sollen noch mehr werden. „Jetzt sollen die Arbeiten angeblich durchgeführt und der Strand Anfang 2015 wieder freigegeben werden. Wir werden sehen, ob das wahr ist,“ meint Ferrera skeptisch. Das Viertel hat jedenfalls sehr unter der Schließung gelitten. Es kommen kaum noch Besucher, und es ist ein Rätsel, wie sich die beiden Bars und der kleine Tante-Emma-Laden dort halten können. Der Campingplatz mit dem Aussichtscafé und den kleinen Holzhütten ist schon seit Langem geschlossen. Die Kinder können nicht mehr auf den Spielplatz, der hinter dem Sperrzaun liegt. Die Schwimmbecken werden nicht instand gesetzt, und überall zeigen sich Zeichen einer gewissen Verwahrlosung.




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