Trinkverbot für Leitungswasser bleibt vorerst


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Wegen zu hohem Florid- oder Nitrat-Gehalt

Die Probleme mit dem Leitungswasser im Inselnorden nehmen kein Ende. Mehrere Monate sind vergangen, seitdem das Gesundheitsamt in elf Gemeinden ein Trinkverbot ausgesprochen hat.

Betroffen sind Buenavista del Norte, El Tanque, Garachico, Icod de los Vinos, San Juan de la Rambla, Los Silos, Santa Úrsula, La Victoria, La Matanza, El Sauzal und Puerto de la Cruz. Während in den zehn erstgenannten Gemeinden ein zu hoher Fluorid-Gehalt vorliegt, wird in Puerto der Nitrat-Höchstwert überschritten. Nicht nur, dass das Wasser in diesen Gemeinden nicht getrunken werden sollte, auch rät das Gesundheitsamt davon ab, mit dem Leitungswasser Lebensmittel zu bearbeiten oder zu kochen.

Allerdings fallen die Einschränkungen in den Gemeinden unterschiedlich aus. In El Tanque und Los Silos gilt ein generelles Trinkverbot, in Buenavista, Icod und Garachico dagegen wurde dieses nur in einigen Gemeindebezirken und für Kinder unter acht Jahren verhängt. In El Sauzal, La Matanza, La Victoria, Santa Úrsula und San Juan de la Rambla sollten im gesamten Gemeindegebiet Kinder unter acht Jahren kein Leitungswasser konsumieren. In Puerto de la Cruz sind insbesondere die Stadtteile Guacimara-Esquilón und Punta Brava von dem hohen Nitrat-Gehalt betroffen, mit der Folge, dass für Babys unter drei Monaten und Schwangere das Trinken von Leitungswasser verboten ist.

Bei dem zu hohen Fluorid-Gehalt im Leitungswasser handelt es sich um ein seit vielen Jahren bestehendes, vielerorts vorhandenes Problem. Ein langfristiger Konsum kann zu Zahnfluorose führen, bei der der Zahnschmelz angegriffen und in Aussehen und Härte verändert wird. Auch eine Knochenfluorose oder Knochenvermehrung mit eventuell anschließender Versteifung werden nicht komplett ausgeschlossen.

Das Cabildo hat zugesagt, sich für eine langfristige Lösung einzusetzen. In Buenavista will man in Kürze 600.000 Euro investieren, um die Wasserentsalzungsanlage des Golfplatzes an das Gemeindeversorgungsnetz anzuschließen. Auf diese Weise würden die Bürger mit qualitativ hochwertigerem Meerwasser versorgt, das bedeutend geringere Fluorid-Werte aufweist.

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