„Tren del Sur“ mehrheitlich verabschiedet


© Plan: WB

Baubeginn soll im zweiten Halbjahr nächsten Jahres sein

Mit absoluter Mehrheit verabschiedete die Inselverwaltung Teneriffas am 27. April den Infrastrukturen-Sonderlandesplan für die geplante Zugverbindung zwischen Teneriffas Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife und der Touristengemeinde Adeje im Süden der Insel, dem sogennanten Tren del Sur.

Insgesamt soll die zukünftige Zugstrecke 80 km lang und zwischen 2014 und 2015 fertiggestellt werden. Geplant sind derzeit sieben Haltestellen: Umsteigebahnhof „Intercambiador“ Santa Cruz de Tenerife, Acorán, Candelaria, San Isidro, Südflughafen Reina Sofía, Los Cristianos, Torvisca (Adeje). Der Baubeginn ist im zweiten Halbjahr kommenden Jahres vorgesehen.

Die Fahrtdauer für die gesamte Strecke wurde auf 35 Minuten ausgerechnet, wenn der Zug allerdings an allen Stationen anhält verlängert sich auf insgesamt 45 Minuten. Die Werkstätten und Garagenhallen für den neuen Zug sollen in Güímar errichtet werden. An jeder Zugstation, die über Parkplätze verfügt, sind Umsteigemöglichkeiten in den Bus geplant. 10% der Strecke wird durch Tunnel verlaufen, 14% durch sogenannte Scheintunnel und 8% über Brücken und Überführungen.

Ärger im Vorfeld

Die scheinbare Ruhe und Zustimmung, die am Tag der Verabschiedung im Plenarsaal des Cabildos herrschten, täuschten. Denn im Vorfeld sah sich das Projekt der Inselverwaltung durch einen äußerst negativen Bericht der kanarischen Inseln gefährdet.

Untersuchungen von Regierungstechnikern hatten zahlreiche Mängel im Hinblick auf die Bauplanung für die Zugstrecke entdeckt. An verschiedenen Stelle seien der vorgesehene Streckenverlauf und die Haltestellen nicht mit den Straßensicherheitsvorschriften vereinbar, wurde unter anderem in dem verbindlichen Bericht gefordert.

Da man sich im Cabildo im Klaren darüber war, dass man auf diese Art von der Kanarischen Regierung keinen Segen für das vorgesehene Projekt erhalten würde, die Zeit für die Durchführung der geforderten Änderungen jedoch fehlte, wurden umgehend Verhandlungen mit den Regierungstechnikern aufgenommen.

So wurde zwar die ursprüngliche Bauplanung verabschiedet, doch das Cabildo hat bereits jetzt seine Bereitschaft zur Vornahme der geforderten Änderungen signalisiert. In welcher Form diese dann in das abgesegnete Bauprojekt integriert werden, ist noch unklar. Intensivere Verhandlungen wurden jedoch einstimmig auf einen Zeitpunkt nach den Wahlen verschoben.

Über den eingebrachten Antrag der kanarischen Sozialisten, die Zugstrecke bis zum zukünftigen Passagier- und Handelshafen von Fonsalía in Guía de Isora zu verlängern, wird noch verhandelt. Auch die Forderung nach mehr Haltestellen (in Güímar, Abades, Las Chafiras und Parque La Reina) wurde nicht gänzlich ausgeschlossen.




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