Treffen der Weltraumeroberer


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Starmus-Festival wurde zum Gipfeltreffen ehemaliger Astronauten und Kosmonauten

Während sich die Kinowelt auf den Start des neuen Science-Fiction-Films „Transformers – Dark of the Moon“ vorbereitete, in dessen Handlung die Mondlandung von 1969 zur ersten Begegnung von Menschen mit Außerirdischen gemacht wird, fand auf Teneriffa ein Festival der Astronomie und Wissenschaft statt, bei dem die Hauptfigur des Films und Astronautenlegende Neil Armstrong (bald 81) zu den Stargästen zählte.

Festival-Organisator und Astrophysiker Garik Israelian gelang es, die Pioniere der Eroberung des Weltraums auf Teneriffa zu versammeln.

Vor dem Hintergrund des 50. Jahrestages des ersten bemannten Weltraumflugs, der zu einer Hommage an den russischen Kosmonauten und Weltraumpionier Juri Gagarin genutzt wurde, vereinte das Starmus-Festival bedeutende Persönlichkeiten der Weltraumforschung. Als historisch darf das Astronauten- und Kosmonautentreffen bezeichnet werden, das auf der Kanareninsel Alexei Leonow, Neil Armstrong, Jim Lovell (Kommandant des Raumflugs Apollo 13), Bill Anders (Autor des berühmten Fotos „Earth­­rise“, das den Aufgang der Erde über dem Mondhorizont zeigt), Charlie Duke (Zehnter Mensch, der den Mond betrat), Viktor Gorbatko (sowjetischer Kosmonaut) und Juri Baturin (Sojus-Besatzungsmitglied beim Weltraumflug des ersten Weltraumtouristen) versammelte. „Nie zuvor konnte diese Insel eine solche Konstellation herausragender und für die Geschichte der Menschheit bedeutender Persönlichkeiten vereinen“, sagte Kosmonaut Alexei Leonow bei der feierlichen Hommage an Juri Gagarin im Magma-Kongresszentrum. Die Erinnerung an 50 Jahre Weltraumfahrt wurde zu einem bewegenden Rückblick auf die Errungenschaften der Raumfahrt im Laufe des 20. Jahrhunderts.

Ein zahlreiches Publikum versammelte sich an diesem Tag im Kongresszentrum in Adeje, um den Worten der Weltraumpioniere zu lauschen, deren Reden mit Bildern der bedeutendsten Momente der Raumfahrt im letzten Jahrhundert ergänzt wurden. Man gedachte des Jahres 1957, als Sputnik als erster künstlicher Erdsatellit auf einer Umlaufbahn den Beginn der sowjetischen Raumfahrt markierte. Natasha, Tochter von Sputnik-Chefkonstrukteur Sergei Koroljow, erinnerte an die wertvolle Leistung ihres Vaters.

Alexei Leonow und Neil Armstrong unterstrichen gemeinsam die Bedeutung des 20. Jahrhunderts bezüglich des technologischen Fortschritts und der Leistungen der Menschheit, und der US-Amerikaner Bill Anders betonte, dass es ohne Sputnik und Gagarin das Apollo-Programm nicht gegeben hätte und der Mensch wohl nie in den Weltraum geflogen wäre.

Zum Abschluss der feierlichen Hommage überreichte Kosmonaut Viktor Gorbatko verschiedenen Teilnehmern von Starmus die Jury Gagarin gewidmete Medaille: Astrophysiker und Musiker Brian May und Edgar Froese, Bandleader von Tangerine Dream, die noch am selben Abend ein wahrlich „astronomisches“ Konzert gaben, erhielten die Auszeichnung. Auch Festival-Initiator Garik Isrealian, die Direktorin am SETI-Forschungszentrums Jill Tarter, der britische Wissenschaftler und Evolutionsbiologe Richard Dawkins, die elfjährige Hobby-Astronomin und Entdeckerin einer Superova Kathryn Gray, IAC-Direktor Francisco Sánchez und Cabildo-Präsident Ricardo Melchior erhielten eine Medaille.

108 historische Minuten

Im Rahmen des Starmus-Festivals fand im Gran Telescopio de Canarias (GTC), dem größten Teleskop der Welt auf La Palma, eine Podiumsdiskussion unter dem Motto „108 Minuten“ statt. 108 Minuten, genauso lange dauerte der erste Weltraumflug am 12. April 1961, bei dem Juri Gagarin mit dem Raumschiff Wostok 1 einmal die Erde umrundete. 108 Minuten dauerte auch die Podiumsdiskussion, bei der unter anderem Raumfahrerlegenden Neil Armstrong und Alexei Leonow, der US-amerikanische Molekularbiologe und Medizin-Nobelpreisträger 2009 Jack Szostak sowie der Astrophysiker und Physik-Nobelpreisträger 2009 Georg Smoot zu Wort kamen. Auch die Wissenschaftler Jill Tarter, Richard Dwkins, Brian May und Garik Israelian saßen in der Diskussionsrunde im Inneren des unter Forschern als „Kathedrale der Astronomie“ bekannten Teleskops.




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