Tourismus schwächelt


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Unternehmer sind besorgt um den Wirtschaftsmotor der Insel

Die Meinungen sind so unterschiedlich wie zahlreich. Während der Unternehmerverband Teneriffas (CEOE) die Wirtschaftsentwicklung mit Sorge betrachtet und das verlangsamte Wachstum im Vergleich zu 2006 auf eine Tourismuskrise schiebt, die schon im Jahr 2001 begonnen haben soll, hat das Cabildo von Teneriffa ganz andere Zahlen parat.

Die vom Tourismusamt der Insel angefertigte Tabelle über die Entwicklung des Tourismus in den letzten sieben Jahren lässt nicht auf eine Krise des Sektors schließen, sondern zeigt vielmehr auf, inwieweit der Rückgang der Urlauberzahlen in diesem Jahr im Vergleich zu dem enormen Anstieg 2006 zu bewerten ist. Durchaus nicht negativ meint José Manuel Bermúdez, im Cabildo für Tourismusfragen zuständig. Er möchte das Wort Krise nicht in den Mund nehmen, sondern verweist auf das außerordentlich gute Ergebnis des Tourismusjahres 2006, „das sich erwartungsgemäß dieses Jahr nicht wiederholen wird“. Die Hochsaison im August hat auch das vorläufige Jahresergebnis etwas nach oben korrigiert, denn die Hotels verzeichneten eine 84%ige Auslastung. 532.742 Touristen kamen im August nach Teneriffa, was im Vergleich zum selben Monat 2006 eine kaum merkliche Differenz von -0,05% ausmacht.

Zwischen Januar und August 2007 besuchten 3,5 Millionen Touristen die Insel, was verglichen mit demselben Zeitraum 2006 ein Minus von 2,8% ausmacht. Rückläufig waren lediglich die Urlauberzahlen aus dem Ausland, denn der spanische Markt hat sich nach Auskunft des Cabildos auf dem Vorjahresniveau gehalten.

Auch die spanische Generalsekretärin für Tourismus, Amparo Fernández, kritisierte eine „übertriebene Panikmache“ bezüglich der rückläufigen Urlauberzahlen. Es gebe bislang noch keine konkreten Beweise für eine Krise in der Branche.

Krisensitzung in Adeje

In Costa Adeje trafen sich am 20. September Vertreter der verschiedenen Unternehmerverbände und auch des Hotelierverbands von Teneriffa zu einer Art Krisensitzung. In dieser Runde wurde die Lage kritischer beurteilt und kaum einer schien eine Entspannung der Lage zu erwarten.

José Fernando Cabrera, Vorsitzender des Hotelierver-bands Ashotel, sprach von „Schwächesymptomen auf dem Tourismussektor“, von einem Überangebot an Betten und weniger Flügen, von der Notwendigkeit einer stärkeren Verkaufsförderung und von der Konkurrenz aufstrebender Urlaubsdestinationen wie Marokko, Ägypten und der Türkei. Die Hotelauslastung sei auf Teneriffa im Schnitt auf 60% gesunken, merkte Cabrera an, was theoretisch bedeute, dass vier von zehn Hotels leer ausgehen.

3. Internationaler Tourismuskongress in Santa Cruz

Am 28. September fand in Santa Cruz zum dritten Mal der internationale Fachkongress „Congreso de Turismo de Tenerife“ mit dem Schwerpunktthema „Die Tourismusvermittlung: Schlüsselkonzepte und Tendenzen auf einem sich verändernden Weltmarkt“ statt.

Zu den Teilnehmern zählten Vertreter der Hotelbranche der Insel, der großen Reiseveranstalter, Dienstleister, Reisebüros und zahlreicher Unternehmen dieses Wirtschaftszweigs.




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