Totes Seeungeheuer wird auf Teneriffa untersucht


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Der Riesenkalmar ist eines der geheimnisvollsten Geschöpfe der Unterwasserwelt

Seit Jahrzehnten beschäftigt der Riesenkalmar, eines der geheimnisvollsten Geschöpfe der Unterwasserwelt, die Wissenschaftler. Bis vor kurzem waren noch nie Aufnahmen eines lebendigen Riesenkalmars gelungen. Die meisten Exemplare sind, wenn sie von Fischern gesichtet oder an den Küsten angeschwemmt werden, bereits tot. So war es auch bei dem Riesenkalmar der Gattung Architeuthis, der Ende Oktober an einem Strand im Süden Teneriffas auftauchte.

Der monströse Tintenfisch wurde zur Untersuchung ins Ozeanographische Zentrum gebracht. Pedro Pascual, wissenschaftlicher Leiter des Zentrums, berichtete, dass das Tier eine große Bisswunde aufwies, die möglicherweise von einem Wal stammt. Ob die Bisswunde die Todesursache war, konnte allerdings nicht festgestellt werden.

Pedro Pascual berichtete, dass im Ozeanographischen Zentrum seit über zehn Jahren Riesenkalmare erforscht werden, „die erstaunlicherweise immer häufiger in kanarischen Gewässern auftauchen“. Das Komplizierte an der Untersuchung dieser Geschöpfe sei ihr Lebensraum, denn die Kalmare leben in einer Tiefe von 500 bis 1500 Metern.

Im April diesen Jahres wurde auf den Kanaren das spanische Forschungsprojekt „Objetivo Kraken Canarias“ gestartet, das sich zum Ziel gesetzt hat, lebendige Riesenkalmare in ihrem natürlichen Lebensraum zu filmen. Ebenso wie das amerikanische Smithsonian Institut in Washington oder National Geographic reizt das Team des „Objetivo Kraken Canarias“ die Herausforderung, in einer Meerestiefe von über 500 Metern zu filmen.

Die Expedition hofft, bis Herbst 2006 über ein Forschungsschiff und ein U-Boot zu verfügen, das bis in eine Tiefe von 600 Metern abtauchen kann. In den kanarischen Gewässern wollen die Wissenschaftler dann auf die Jagd nach Riesenkraken gehen.

Eine japanische Expedition veröffentlichte kürzlich ein Foto eines vermeintlich lebendigen acht Meter langen Riesenkraken, den sie in 900 Metern Tiefe fotografiert haben wollen. Die kanarische Expedition äußerte ihre Zweifel an der Authentizität dieser Information, zumal die japanische Expedition berichtete, dass das Foto bereits im September 2004 aufgenommen wurde. Warum sie dann so lange mit der Veröffentlichung dieser Sensation für die Wissenschaft gewartet haben, ist schleierhaft. Andererseits bezweifeln einige Wissenschaftler auch, dass das fotografierte Tier noch lebte, da es an einem Angelhaken hing.

Zweifel hin, Zweifel her, Tatsache ist, dass sich Expeditionen weltweit weiterhin darum bemühen, die ersten zu sein, denen Filmaufnahmen eines lebendigen Riesenkalmars gelingen. Erst dann wird etwas mehr Licht in die dunkle Tiefenwelt der mysteriösen Monsterkalmare fallen.

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