Tontaubenschießstand im Fadenkreuz


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Bürgerinitiative bekämpft die neue Anlage für die olympische Sportart

Während die Gemeinde Adeje sich förmlich damit brüstet, demnächst im Ort Taucho den ersten Tontaubenschießstand der Insel zu eröffnen, und diese olympische Sportart als Teil des Angebots für Aktivurlauber sieht, wehrt sich eine Bürgerbewegung entschieden dagegen.

Einerseits fürchten sie als Anwohner die Lärmbelästigung, andererseits beschäftigt sie auch der Umweltschutzgedanke und die Frage, wer die Reste der zerschossenen Wurfscheiben und den Bleischrot aus dem angrenzenden Barranco beseitigt.

Die „Amigos en defensa de Ajabo“, die bereits Schritte eingeleitet haben, um die Inbetriebnahme des Tontaubenschießstandes zu verhindern, haben erklärt, dass die Anlage bislang einmal genutzt wurde, und zwar für einen Wochenend-Wettkampf. Allein in den 16 Stunden, die dieser Wettkampf dauerte, seien schätzungsweise 300 Kilo Blei verschossen worden. Wenn der Schießstand planmäßig Ende des Jahres dauerhaft eröffnet wird, werde es durch die Mengen dieses Schwermetalls folglich zu einer hochgradigen Verschmutzung dieses Geländes kommen. Wenn der Barranco verschmutzt werde, so seien die Folgen für Flora und Fauna unvermeidbar, befinden die „Amigos en defensa de Ajabo“. Außerdem geben sie zu bedenken, dass das Blei

bei den nächsten Regenfällen schlimmstenfalls bis zum neu angelegten Strand von Callao Salvaje geschwemmt werden könnte, wodurch eine Bleikontamination dieses Gebiets unvermeidbar wäre.

Sie fordern die Gemeinde auf, in dieser Sache zu handeln, bevor es zu spät ist, denn die Inbetriebnahme des Schießstandes wird ihrer Ansicht nach mehr Schaden als Nutzen bringen.

Das Sportamt der Gemeinde Adeje sieht den Tontaubenschießstand bisher als Bereicherung des Freizeitangebots für Touristen. Es sei festgestellt worden, dass viele Urlauber an dieser Sportart interessiert sind.




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