Teneriffas Inselverwaltung baut die größte Solaranlage Europas


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Auf dem Gelände des kanarischen Instituts für erneuerbare Energien ITER in Granadilla

Seit 2005 arbeitet das Cabildo von Teneriffa an einem Projekt, das die Erzeugung von Elektrizität durch Sonnenenergie vorsieht. Auf dem Gelände des Institutes für erneuerbare Energie ITER in der Küstenregion von Granadilla werden Fotovoltaik-Module installiert, welche die Energie der Sonne einfangen, um sie in Elektrizität umzuwandeln.

Neunzig dieser Flächen sind bereits installiert mit einer Kapazität von neun Megawatt. Damit ist die Anlage bereits die größte Spaniens. Wenn die Arbeiten im gleichen Rhythmus weitergehen wie bisher, kann bald eine Tagesproduktion von zehn Megawatt erreicht sein und innerhalb eines Monats wird die Anlage die größte Europas sein, mit einer Leistung von 15 Megawatt pro Tag.

Von den 90 Flächen, die bislang fertig gestellt sind, wurden 25 mit Modulen des japanischen Herstellers Kyocera versehen, deren Potenz zwischen 167 und 175 Watt liegt. Die restlichen 65 enthalten Module, die von der deutschen Firma Solar World geliefert wurden, mit einer ähnlichen Leistungsfähigkeit.

Die Umschalter, die für die Einspeisung der erzeugten Energie in das Leitungsnetz der Elektrizitätsgesellschaft erforderlich sind, wurden von der ITER mit eigener Technologie entwickelt.

„Teide 100 kW“

Das für dieses Projekt konstruierte Modell nennt sich „Teide 100 kW“ und zeichnet sich durch höchste Effizienz aus. Es verfügt über ein hochmodernes Kontrollsystem um die maximale Potenz der Fotovoltaik-Paneele zu erreichen und diese gleichzeitig in besten Konditionen in das Netz einzuspeisen. Wie vom ITER verlautete, erreicht „Teide 100kW“ einen Wirkungsgrad von bis zu 98,6%.

Was die Auswirkungen dieses Projektes auf die Umwelt betrifft, so hat das Cabildo größten Wert darauf gelegt, die Schäden an der Natur so gering wie möglich zu halten. So wurde beispielsweise die Flora dieser Zone, in der Hauptsache Tabaibas und Cardones (Euphorbien-Arten) in Gegenden mit ähnlichen Boden- und Klimaverhältnissen verpflanzt.

Förderung der erneuerbaren Energien

Der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Energieverbrauch liegt auf dem kanarischen Archipel weit unter dem Durchschnitt in Spanien und in der Europäischen Union. Daher soll jetzt endlich die Förderung alternativer Energie vorangetrieben werden um den Import von Öl/Gas nach und nach abzubauen und Energieversorgung unabhängiger und damit auch krisenfester zu machen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Unweltschutz bzw. die Verminderung der Schadstoff-Emissionen durch die Elektrizitätswerke.

Mit der Schaffung dieser Anlage folgt das Cabildo einem weltweiten Trend, die Sonnenenergie zur Gewinnung von elektrischem Strom zu nutzen und den Schadstoff-Ausstoß zu vermindern. Durch die Abnahmeverpflichtung der Elektrizitätsgesellschaften werden nicht nur sichere Arbeitsplätze geschaffen sondern auch die Rentabilität der Anlagen gesichert.

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