Teneriffas Cabildo-Unternehmen im Kreuzfeuer


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Sinkende Rentabilität und Wettbewerb mit Privatunternehmern

Teneriffas Inselregierung besitzt bzw. hält Anteile an 32 Unternehmen. Doch einige der Firmen weisen Verluste auf, andere stehen im starken Wettbewerb mit privaten Firmen, sodass die Stimmen immer lauter werden, die eine Privatisierung fordern.

Gewinnabfall

Noch im Jahr 2008 fuhren die Unternehmen 15,3 Millionen Euro Gewinne ein, doch die zuletzt veröffentlichten Zahlen des Jahres 2009 beziffern diesen nur noch auf 6,5 Millionen Euro.

Finanziell am schlechtesten geht es den drei Casinos. Die Spielbetriebe in Santa Cruz, Puerto de la Cruz und Playa de las Américas sind unrentabel und defizitär. Aufgrund dessen forderten Antonio Alarcó, Sprecher der Oppositionspartei Partido Popular, und Manuel de Prado von Unión Progreso y Democracia (UPyD) die Privatisierung. Zum einen handele es sich beim Spielbetrieb nicht um eine gesellschaftlich unerlässliche Aktivität, zum anderen würde die private Hand die Casinos besser bewirtschaften.

Auch das Messeinstitut von Teneriffa (Messegelände in Santa Cruz), Metropolitano de Tenerife (Straßenbahn) und Titsa (Bus) sollen immer mehr infrage gestellt werden.

Unerwünschter Wettbewerb

Die Unternehmen des Cabildos decken eine ganze Bandbreite an Aktivitäten ab, darunter die Herstellung von Milchprodukten (Granja Teisol) und Weinen (Bodegas Insulares de Tenerife) oder dem Druckwesen (Litografía Romero). Insbesondere in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage wird der Unmut der Privatunternehmer über die öffentliche Konkurrenz immer stärker.

Antonio Alarcó betonte, Sinn und Zweck der Inselregierung sei, mit den Bürgern zusammenzuarbeiten, und nicht, mit diesen in Wettkampf zu treten. Es sollten keine Arbeitsplätze vernichtet, sondern vielmehr die Firmen privatisiert oder umstrukturiert werden.

Berechtigte Forderungen?

Víctor Pérez Borrego, Leiter der Cabildo-Ressorts Präsidentschaft und Finanzen, verteidigte die privatwirtschaftliche Tätigkeit der Inselregierung und äußerte, schlussendlich erwirkten die Unternehmen Gewinne und böten Arbeitsplätze. Immerhin seien 2.700 Menschen in den Firmen beschäftigt. Außerdem verwies Borrego darauf, dass die Inselregierung an der Privatwirtschaft Anteil haben müsse, um strategische Aktivitäten zu betreiben oder solche, die benötigt würden, jedoch unrentabel und uninteressant seien.

Trotzdem lenkte das Cabildo im August ein und kündigte eine baldige Rationalisierung an. Außerdem wurde eine Studie in Auftrag gegeben.




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