Teneriffas Cabildo kritisiert Fokussierung auf Gran Canaria


© Cab. Gomera

Regionale Airline Binter baut internationales Flugangebot mit Direktflügen nach Lissabon und Kap Verde aus

Das Cabildo von Teneriffa hat über den Leiter des Tourismusamtes, Carlos Alonso, Kritik an der Expansionspolitik der regionalen Airline Binter verlauten lassen. Die internationale Expansion der Fluggesellschaft schließe Teneriffa und seine Bürger aus, beziehungsweise benachteilige sie im Gegensatz zu Gran Canaria, heißt es in einer Mitteilung. Sogar von Diskriminierung ist darin die Rede.

Auslöser der Empörung im Cabildo von Teneriffa war die Ankündigung von Binter, ab dem 11. September zwei neue internationale Ziele in den Flugplan aufzunehmen. Die zwei neuen Destinationen, die von der kanarischen Fluggesellschaft direkt angeflogen werden, sind Lissabon und Kap Verde.

Diese beiden neuen Flugziele erweitern das internationale Flugangebot von BinterCanarias auf sieben Strecken. Die anderen internationalen Ziele, die von der Airline angeflogen werden, sind: Agadir, Casablanca, El Aaiún, Madeira und Marrakesch.

Die portugiesische Hauptstadt wird von Gran Canaria aus zwei Mal wöchentlich – mittwochs und sonntags – angeflogen. In zwei Stunden und zwanzig Minuten rückt Lissabon für Kurzurlaube so in greifbare Nähe.

Nicht viel mehr beträgt die Flugzeit nach Kap Verde. Den südlich gelegenen Nachbararchipel fliegt Binter ab 11. September 2012 ebenfalls zwei Mal wöchentlich – dienstags und freitags – von Gran Canaria aus an. Die Flugzeit beträgt zwei Stunden und vierzig Minuten.

Die Preise für ein einfaches Ticket nach Lissabon beziehungsweise Kap Verde beginnen nach Auskunft von BinterCanarias bei 170,50 Euro. Buchungen sind über die Website www.bintercanarias.com, telefonisch über 902 391 392 und im Reisebüro möglich.

Der Vizepräsident von Teneriffas Cabildo und Leiter des Tourismus-amtes, Carlos Alonso, kritisierte, dass Binter bei der internationalen Expansion Teneriffa benachteilige, obwohl die Passagierzahlen von dieser Insel die von Gran Canaria übersteigen. Im ersten Halbjahr 2012 seien 24.000 Passagiere von Teneriffa nach Portugal geflogen, während es von Gran Canaria aus nur 23.200 gewesen seien, versicherte er.

Man habe sich bereits mit der Fluggesellschaft in Verbindung gesetzt, die jedoch nicht bereit sei, ihre internationale Strategie zu ändern. Daraufhin kündigte Alonso an, bei einer Cabildoratssitzung im September einen Antrag einzubringen, um von BinterCanarias die Aufnahme von Teneriffa in die internationale Expansionspläne zu fordern.

Binter sei, so Alonso, ein Beispiel dafür, wie es den Bewohnern Teneriffas in Zukunft gehen könne, wenn die Inseln nicht in das Transeuropäische Verkehrsnetz aufgenommen werde. Dann würden Flugreisen teurer, und es werde keine Direktverbindungen zu den Flugzielen mehr geben.

Deshalb sei es wichtig, die Bewegung „#TFseMueve“ zu unterstützen, um diese Forderung nach Brüssel zu tragen, betonte er.




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