Teneriffa weiterhin ohne Wetterradar


Acht Jahre nach Tropensturm Delta

Am 28. November jährte sich zum achten Mal der Tag, an dem der Tropensturm Delta die Kanarischen Inseln verwüstete. Damals kamen 19 Menschen ums Leben, die Schäden beliefen sich auf rund 300 Millionen Euro.

Den Tag, an dem riesige Bäume entwurzelt und in Santa Cruz’ Hafen eine Fähre losgerissen wurde, Mauern nachgaben, Reklameschilder herabstürzten, Dachziegel durch die Luft flogen, riesige Strommasten umstürzten und die Strom- und Wasserversorgung zusammenbrach, hat die Bevölkerung nicht vergessen. Und dabei hatte Delta die Kanaren eigentlich nur gestreift, denn das Zentrum des Tropensturmes befand sich erheblich weiter nördlich.

Acht Jahre sind seit Delta vergangen, und die Region hat einiges unternommen, um besser auf einen solchen Sturm vorbereitet zu sein, beispielsweise einen Katastrophenplan aufgestellt.

Doch weiterhin besteht ein gravierender Mangel – Teneriffa verfügt noch immer nicht über ein Wetterradar. Das einzige Radargerät auf Gran Canaria deckt weder La Palma – wo Delta zuerst gelandet war – noch Teneriffas Norden ab.

Jesús Morales, Leiter des Wasseramtes, erklärte im Gespräch mit der Zeitung Diario de Avisos, alle Experten seien sich über die Notwendigkeit eines Wetterradars auf Teneriffa einig, man hätte auch schon mehrfach in Madrid angefragt, doch das zuständige Ministerium würde noch nicht einmal eine Antwort geben. Dabei würden dank des Radars und dessen Informationen eventuell entscheidende Stunden gewonnen und Menschenleben gerettet.

Vorbereitet auf eventuelle Sturzfluten

Morales informierte dieser Tage über die Maßnahmen des Cabildos zur Verhinderung oder Abschwächung von Sturzfluten. Diese seien laut Morales wegen der vulkanischen Beschaffenheit der Insel nicht ganz zu verhindern, doch habe die Inselregierung die Gefahrenpunkte ausgemacht, an einer besseren Ableitung des Wassers gearbeitet und einen Katastrophenschutzplan erstellt. Auch habe man Aufklärungsarbeit unter der Bevölkerung betrieben, um über die Risiken und im Ernstfall angebrachte Verhaltensweisen zu informieren.




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