Teneriffa – Drehkreuz der Daten


© Terremark

Neutraler Internetknoten für Afrika und Kanaren nimmt Gestalt an

Im Rahmen des „I. Salón de la Cooperación“, ein Kongress zur Internationalen Zusammenarbeit in Afrika, hat Ende Juni der Präsident der amerikanischen Firma Terremark, Manuel Medina, das NAPWACI (Network Access Point West Africa-Canary Islands) präsentiert und erstmals konkret genannt, wo das Zentrum errichtet werden soll.

Medina erklärte in seiner Ansprache die Komplexität eines solchen NAP, das ähnlich wie bei einem großen internationalen Flughafen als Drehkreuz für Langstreckenverkehr dient, nur dass im Falle des NAP nicht Passagiere, sondern Daten reisen. Terremark hat sich auf die Errichtung und den Betrieb solcher NAP’s spezialisiert, die eine hundertprozentige Ausffallsicherheit bieten und somit strategisch wichtig sind für Regierungen und Firmen, aber auch für Universitäten, die auf einen reibungslosen Datenverkehr unbedingt angewiesen sind.

Gegen Wirbelstürme und Erdbeben gefeit

So sind die Gebäude resistent gegen externe Einflüsse wie Wirbelstürme oder Erdbeben und können selbst im Falle eines längeren Stromausfalls, wie erst im November 2005 in Teneriffa durch den Hurrikan Delta passiert, etwa drei Wochen lang autonom arbeiten und den Betrieb aufrechterhalten.

Zur Veranschaulichung nannte Medina das Beispiel eines Kunden, der eine Internet-Handelsplattform betreibt und seine Systeme Terremark anvertraut: Bei einem Ausfall des Portals würde die Firma jede Sekunde 200 Dollar verlieren.

 Neben der Sicherheit spielt auch der Kostenfaktor eine zentrale Rolle. Durch die strategisch günstige Lage der Kanaren werden die Datenwege von und nach Afrika abgekürzt und so die anfallenden Kosten gesenkt, wovon auch der regionale Datenverkehr profitiert.

Medina betonte zudem die durch das NAP eintretende  Diversifikation der Wirtschaft als große Chance für die Kanaren. Investitionen aus Europa und USA werden durch diese Einrichtung in die Region gelenkt und ergeben neue Chancen im High- Tech-Bereich.

High-Tech auf Fußballgelände

Zum Abschluss seines Vortrags gab Medina erstmals die erst am Tag zuvor gefallene Entscheidung bekannt, das 40 Millionen Euro teure NAPWACI auf einem Gelände des Fußballvereins CD Teneriffa in Geneto bei La Laguna anzusiedeln. Für den Zweitligisten bedeutet das einen unerwarteten Kapitalzufluss, was die Zukunft des Clubs bedeutend verbessern könnte.

Terremark betreibt weltweit bereits fünf dieser NAP’s und plant momentan neben Teneriffa neue Zentren in der Dominikanischen Republik und in Jordanien.




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