Teillösung des Wasserproblems im Inselnorden in Sicht


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In Icod, Garachico und El Tanque soll das Trinkverbot bald aufgehoben werden

Seit Langem suchen die Inselregierung und die betroffenen Gemeinden nach Lösungen für die Probleme mit dem Leitungswasser im Inselnorden. Insbesondere wegen Überschreitens der gesetzlich vorgeschriebenen Fluorid-Grenze hatte das Gesundheitsamt für elf Gemeinden ein Trinkverbot verhängt (das Wochenblatt berichtete).

Nun gab das Cabildo bekannt, dass dank diverser Verbesserungen an der Grundwasser-Aufbereitungsanlage von Altos de Icod nach dem Sommer die Trinkverbote für Icod, Garachico und El Tanque aufgehoben werden könnten.

Zu viel Fluorid im Wasser

Bei dem Fluorid-Überschuss handelt es sich um ein althergebrachtes Problem. Das aus den Cañadas und dem Nordwesthang gewonnene Grundwasser nimmt zu viel Fluorid aus dem Vulkangestein auf, was bei übermäßigem Konsum zu Zahn- und Knochen-Fluorose führen kann. Aufgrund des gesundheitlichen Risikos verhängte das Gesundheitsamt bereits 2006 die ersten Einschränkungen. Zuletzt galt für El Tanque und Los Silos ein generelles Trinkverbot, für Buenavista, Icod de los Vinos und Garachico ein auf bestimmte Bezirke und nur für Kinder unter acht Jahren geltendes und in El Sauzal, La Matanza, La Victoria, Santa Úrsula und San Juan de la Rambla ein nur für Kinder unter acht Jahren geltendes Trinkverbot. In Puerto de la Cruz besteht derzeit wegen Nitrat-Überschusses nur ein Trinkverbot für Babys unter drei Monaten und Schwangere in den Stadtteilen Guacimara-Esquilón und Punta Brava.

Entscheidende Verbesserungen

Bei einem Besuch der Grundwasser-Aufbereitungsanlage von Altos de Icod gab Jesús Morales, Leiter des Inselwasseramtes, bekannt, aufgrund der vorgenommenen Verbesserungen habe die Anlage den Fluorid-Gehalt des Trinkwassers von Icod, Garachico und El Tanque unter den gesetzlich vorgeschriebenen Höchstwert von 1,5 mg/l gesenkt. Er gehe davon aus, dass bei Beibehaltung der derzeitigen Werte das Gesundheitsamt nach dem Sommer die Trinkverbote für die drei Gemeinden aufheben werde.

Morales erklärte, statt des stark Fluorid-belasteten Wassers aus dem Stollen Hoya del Cedro würde nun das erheblich Fluorid-ärmere Wasser aus dem Stollen Vergara in die Anlage geleitet, wodurch die erhebliche Senkung des Fluorid-Gehaltes erreicht worden sei. Darüber hinaus habe die Einführung wöchentlicher Kontrollen der Wasserläufe, die Schließung bestimmter Zuläufe, eine genaue Erfassung des Systems, das Abdichten durchlässiger Stellen sowie die Installation zusätzlicher Filter und Behandlungssysteme erheblich zur Verbesserung der Wasserqualität beigetragen.

Der Wasserbeauftragte des Cabildos gab bekannt, als Nächstes habe das Cabildo den Ausbau der Anlage vorgesehen, um die Leistung von 3.500 Kubikmeter täglich auf 5.000 Kubikmeter zu erweitern und einen noch größeren Teil der Bevölkerung im Nordwesten der Insel mit dem Wasser aus der Anlage versorgen zu können. Gleichzeitig arbeite die Inselregierung an anderen Projekten und Vorhaben, um das Wasserproblem auch in den restlichen Gemeinden lösen zu können.




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