Teide ist nach wie vor ein schlafender Riese


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Teneriffas Cabildo versichtert, dass kein Grund zur Sorge besteht

Das Cabildo von Teneriffa hat über das Fremdenverkehrsamt Turismo de Tenerife Stellung zu den Äußerungen einiger Wissenschaftler über eine vermeintliche Wiederbelebung des Vulkans Teide bezogen.

Die spanische Geophysikerin Alicia García, die für die Abteilung für Vulkanologie des obersten spanischen Forschungsrats CSIC arbeitet, hatte im April erklärt, der wissenschaftlichen Fachwelt bereite die seismische Aktivität auf Teneriffa Sorge (das Wochenblatt berichtete in Ausgabe 85). García sagte: „Teneriffa ist unsere große Sorge und unser großes Problem.“ Insbesondere die Situation des Komplexes Teide-Pico Viejo, ein Schichtvulkan, „sieht gar nicht gut aus“. Diese Äußerungen, die von lokalen und sogar ausländischen Medien sogleich aufgegriffen wurden, haben das Cabildo zu einer Stellungnahme bewogen, die eher einer Richtigstellung entspricht.

In der Cabildo-Mitteilung heißt es:

„Der Teide ist ein schlafender Vulkan, und die derzeitigen vom ITER registrierten Werte belegen, dass in keinster Weise von einer Reaktivierung des Teide gesprochen werden kann. Das ITER (Instituto Tecnológico y de Energías Renovables de Tenerife) ist mit der Vulkanbeobachtung auf Teneriffa betraut und ist Mitglied der WOVO (World Organization of Volcano Observatories).

Außerdem haben weder das wissenschaftliche Komitee zur Auswertung und Beobachtung vulkanischer Phänomene (eine nationale Kommission zur Beurteilung vulkanischer Phänomene in Spanien) noch das Nationale Geographische Institut (IGN) den für Zivilschutz zuständigen Institutionen der Insel eine Warnung im Zusammenhang mit dem Teide zukommen lassen. Deshalb ist es notwendig zu unterstreichen, dass die derzeitige vulkanische Lage der Insel absolut normal ist, da es keinerlei Hinweise auf ein vulkanisches Risiko gibt.

Der Präsident von Teneriffas Cabildo, Ricardo Melchior, hat aufgrund der widersprüchlichen Äußerungen einiger Wissenschaftler eine schriftliche Beschwerde an den Consejo Superior de Investigaciones Científicas CSIC (Oberster Rat für wissenschaftliche Forschung) gerichtet und moniert, dass die widersprüchlichen Äußerungen einiger Wissenschaftler und Mitglieder des CSIC dazu geführt haben, dass in der Volksmeinung der irrtümliche Glaube an das Risiko eines Vulkanausbruchs entsteht.

Das Cabildo möchte betonen, dass Teneriffa weiterhin ein sicheres Urlaubsziel ist, nicht nur weil es derzeit keiner­lei Anzeichen für die Gefahr einer Eruption gibt, sondern auch weil die Insel über alle notwendigen Mittel verfügt, um in jeder möglichen vulkanischen Risikolage zu reagieren (Notfallplan, Vulkanüberwachungsprogramm, etc.)“

Die Inselregierung widerlegt damit die Äußerungen der Geophysikerin Alicia García, die behauptet hatte, dass die Insel auf eine Evakuierung im Falle eines Vulkanausbruchs nicht vorbereitet und dem auch nicht gewachsen sei.




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