Taxifahrer klagen über Verluste wegen der Straßenbahn


Sie fordern vom Cabildo Entschädigung durch Übernahme von 50% ihrer Versicherungskosten

Manuel ist sauer, richtig sauer. Seit die Straßenbahn in Betrieb genommen wurde, fehlen dem Taxifahrer in Santa Cruz die Kunden. Er klagt, ebenso wie viele Kollegen, über erhebliche Verluste seit die Bahn fährt und ihnen die Fahrgäste „wegschnappt“.

Die über 1.000 Taxifahrer von Santa Cruz und 350 von La Laguna sind äußerst besorgt um die Zukunft ihres Gewerbes. „Seit die Straßenbahn Anfang Juni in Betrieb genommen wurde, ist die Zahl unserer Fahrgäste um 25% zurückgegangen“, klagt ein Sprecher des Taxiverbands Santa Cruz. Hinzu kommen die Unannehmlichkeiten, die die Fahrer seit Beginn der Bauarbeiten haben hinnehmen müssen. Haltestellen wurden verlegt oder gar ganz gestrichen, um die Straßenbahnpläne zu verwirklichen.

Während eines Treffens mit Cabildo-Präsident und Initiator des Schienennetzes Ricardo Melchior und dem insulären Transportbeauftragten Manuel Ortega, forderten Vertreter der Taxiverbände von Santa Cruz und La Laguna die umgehende Ergreifung von Maßnahmen, um die ihnen entstandenen und weiter entstehenden finanziellen Einbußen auszugleichen. Dabei schlagen die Taxifahrer vor, dass ihnen als Entschädigung vonseiten des Cabildos eine Subvention in Höhe von 50% ihrer Versicherung als Selbstständige genehmigt wird. Eine weitere Forderung der von der Konkurrenz geplagten Fahrer ist, dass der ehemalige Taxistand zwischen Plaza de Candelaria und Plaza de España, der im Zuge der Bauarbeiten verlegt wurde, wieder dort eingerichtet wird, da es sich um eine strategisch platzierte Haltestelle handele. Auch im Hauptbusbahnhof „Intercambiador“ gebe es bislang keinen Taxistand, und Fahrgäste, die vom Bus auf ein Taxi umsteigen wollen, müssen knapp 200 m zu Fuß bis zum nächsten Taxistand zurücklegen.

Wichtig erscheint den Taxifahrern außerdem, dass in Zukunft an allen Straßenbahnhaltestellen Hinweisschilder mit dem nächstgelegenen Taxistand angebracht werden, so dass Fahrgäste, die auf dieses Verkehrsmittel umsteigen wollen, informiert sind.




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