Studentenprotest gegen „Permanenzregel“


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Studenten der Universität von La Laguna (ULL) haben mit einem Streik und Kundgebungen gegen die sogenannte „Permanenzregel“ protestiert.

 Diese Richtlinie, welche seit 2013 angewendet wird, bestimmt, dass Studenten, die ein Fach nicht bestanden haben, dieses im kommenden Jahr erneut belegen und dafür erneut und höhere Einschreibungsgebühren entrichten müssen. Dies führt dazu, dass zu viele Fächer gleichzeitig belegt werden , was die Wahrscheinlichkeit, einige davon nicht zu bestehen, erhöht. Hinzu kommt, dass man die Examen nur insgesamt dreimal ablegen darf. Schafft man die Prüfung aufgrund der Überlastung nicht, ist eine der Wiederholungsmöglichkeiten dahin. Vor 2013 wurde ein Fach, für das man sich nicht angemeldet hatte, auch nicht als durchgefallen gezählt. Hinzu kommt die erhebliche Steigerung der finanziellen Belastung, da die Studiengebühren, wenn ein oder zwei Fächer nicht bestanden wurden und zwangsweise erneut angemeldet werden müssen, steigen. Die „Normativa de Progreso y Permanencia“ der ULL ist die zweithärteste in ganz Spanien. 

Die Studenten wiesen bei ihren Protesten auch darauf hin, dass die Regelung die kanarischen Studenten benachteiligt, weil sie anders als viele Studierende auf dem spanischen Festland keine anderen Universitäten in der Umgebung haben, zu denen sie ausweichen können. 

Antonio Martinón, der Rektor der ULL, hat ausgerechnet, dass zum Ende dieses Studienjahres mehrere Tausend Studenten durch die Permanenzregel aus der Universität ausgeschlossen werden. Er hat sich die Änderung der umstrittenen Richtlinie auf die Fahne geschrieben. Sie soll flexibler werden und sich am Beispiel verschiedener anderer Universitäten orientieren. Er möchte eine maximale Studiendauer einführen und es den Studenten überlassen, wie viele Fächer sie pro Studienjahr belegen. 

Es könnte bald recht leer werden in der Universität von La Laguna, denn zu den ein- bis zweitausend Studenten, welche die Hochschule durch die Regel verlieren wird, kommen noch 800 weitere, die wegen der erhöhten Studiengebühren abbrechen müssen. „Wir können uns den Verlust dieses Humankapitals nicht erlauben“, ermahnt Rektor Martinón.




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