Streik in Strandcafés und auf der Plaza


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Seit fast einem Jahr kämpfen die Angestellten der Firma Ródano um die Zahlung ihrer Löhne

Die Angestellten der Firma Ródano, welche die Restaurationsbetriebe auf der Plaza del Charco und an der Playa Jardín in Puerto de la Cruz bewirtschaftet, haben sich erneut entschieden, zu streiken, denn noch immer ist ihr Arbeitgeber mit der Lohnzahlung im Rückstand.

Die letzte Zahlung haben sie für den Monat März erhalten, so dass inzwischen Gehälter für fünf Monate ausstehen. Das Personal, meist Familienväter mit Kindern, befindet sich dadurch in einer permanenten Notlage (das Wochenblatt berichtete wiederholt).

Der Arbeitskampf geht auf Dezember letzten Jahres zurück, als die Wirtschaftsbetriebe des ehemaligen städtischen Unternehmens Parmasa schon einmal wegen ausstehender Lohnzahlungen bestreikt wurden. Damals hatte sich Bürgermeister Marcos Brito vollmundig verpflichtet, die Angelegenheit schnellstens zu regeln. Inzwischen sind acht Monate ins Land gegangen und alles ist beim Alten geblieben. „Wir fühlen uns von der Stadtverwaltung belogen und betrogen“, sagte ein Sprecher der 62 Angestellten, „besonders vom Bürgermeister und der Stadträtin für das Finanzwesen Sandra Rodriguez. Sie haben mehrmals angekündigt, eine Sondersitzung des Stadtrates einzuberufen, aber nichts ist geschehen“.

Das ganze Problem geht auf gewisse Klauseln in den Pachtverträgen zurück, die 2006 zwischen der Stadtverwaltung mit Bürgermeister Brito an der Spitze und der Ródano SL abgeschlossen wurden und fünfzehn Jahre laufen. Eine der Vertragsklauseln bestimmt Entschädigungssummen, wenn Lizenzen für einzelne Betriebe vorzeitig zurückgegeben werden. Die beiden Cafeterias am Martiánez-Strand sind seit längerer Zeit geschlossen, weil sie im Rahmen der Umgestaltung der Zone abgerissen werden sollen. Dafür verlangt Ródano eine Entschädigung von zwei Millionen Euro und hat deshalb die Zahlung der Pacht schon lange eingestellt. Wenn es die Entschädigung erhält, könnte es problemlos die rückständigen Löhne auszahlen, argumentiert das Unternehmen. Da aber die Gemeindekassen leer sind, haben die Angestellten den Schwarzen Peter.

Ende August wurde beschlossen, an jedem Donnerstag von 11.00 bis 13.00 Uhr die Arbeit niederzulegen und den Gästen die Notlage zu erläutern. Die nächsten „Stunden-Streiks“ sollen am 9., 16. und 23. September stattfinden.




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