Straßencafés wollen auf die Barrikaden gehen


Puerto de la Cruz hat die Sondernutzungsgebühr verdreifacht

Dass die Gemeinde Puerto de la Cruz in großen finanziellen Schwierigkeiten steckt und sich zum Sparen gezwungen sieht, ist kein Geheimnis. Nun hat es die Stadtverwaltung nach Meinung der Straßengastronomie zu weit getrieben, denn auf einmal flatterten den Eigentümern von Cafés und Restaurants, die ihre Tische und Stühle auf öffentlichem Weg aufstellen, saftige Zahlungsaufforderungen für die Sondernutzungsgebühr ins Haus.

Nicht das Doppelte, nein direkt das Dreifache sollen die Gastronomen jetzt insgesamt bezahlen. Anscheinend beruht die Kostenerhöhung auch auf einer Umstellung des Berechnungskriteriums; so soll die Stadt nicht mehr nach Anzahl der Tische sondern nach Anzahl der belegten Quadratmeter anrechnen, mit der Folge, dass beispielsweise ein Unternehmer, der 2011 noch 2.500 Euro leistete, nun 11.800 Euro für 2013 zahlen soll.

Nicht nur, dass die rund 110 betroffenenen gastronomischen Betriebe, die zwischen 800 und 1.000 Personen beschäftigen, diese Kosten schlicht nicht aufbringen können, auch übertrifft die Gemeinde mit der Höhe dieser Gebühr weit die Forderungen blühender Touristenorte wie Adeje, Arona oder sogar Marbella.

Auf einer Versammlung kündigten die Rechtsvertreter der Betroffenen die Aufnahem administrativer und juristischer Schritte an. Auch ein Streiktag wird nicht ausgeschlossen.

Daraufhin gestand Stadtrat Lope Afonso die Übermäßigkeit der Gebühren ein und kündigte eine Revision während der nächsten Stadtratssitzung an. Allerdings stellte Afonso gleich klar, dass man wegen des finanziellen Engpasses nicht auf das Niveau vorheriger Jahre zurückgehen könne.




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