Steht die Raffinerie vor dem Aus?


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Strenge Emissionsvorgaben für CEPSA – Arbeiter protestieren gegen Entlassungen

José Manuel Bermúdez, der Bürgermeister der Inselhauptstadt Santa Cruz, rechnet damit, dass das Umweltressort der Kanarenregierung spätestens im Sommer den neuen Luftqualitätsplan (Plan de la Calidad del Aire) verabschieden wird, mit möglicherweise drastischen Konsequenzen für die Raffinerie der Unternehmensgruppe CEPSA, die am Ortseingang einen großen Teil des Stadtgebietes einnimmt.

Um die neuen Normen einhalten zu können, müsste die Raffinerie sowohl ihren Schwefel- als auch ihren Kohlendioxyd-Ausstoß noch einmal deutlich reduzieren.

Bürgermeister Bermúdez hat Zweifel daran, dass die Anlage zur Verarbeitung von Rohöl die neuen Werte wird einhalten können und verlangt von der Kanarenregierung, eine Debatte über die Zukunft der Raffinerie zu eröffnen und über neue Nutzungsmöglichkeiten für das Gelände nachzudenken. Eine Nutzung, die für die Mitarbeiter der Raffinerie und der von ihr abhängigen Betriebe neue Erwerbsmöglichkeiten schafft.

Während Bermúdez den übelriechenden Schandfleck lieber heute als morgen aus seiner Stadt verbannen möchte, kämpfen die in und durch die Raffinerie Beschäftigten für das Überleben des Betriebes. Um 300 Beschäftigte demonstrierten vor den Toren des CEPSA-Geländes in Santa Cruz und legten damit in den Morgenstunden den nach Santa Cruz hineinstrebenden Berufsverkehr lahm.

Bisher soll es bei den Zulieferbetrieben schon mehr als sechzig Entlassungen gegeben haben, und der Betriebsrat und die Gewerkschaften befürchten, dass dies erst der Anfang einer Entlassungswelle ist.

Die Arbeitnehmer wollen, dass die Raffinerie und damit ihre Arbeitsplätze in Santa Cruz bleiben und mutmaßen, das Unternehmen solle durch politische Entscheidungen, wie den Luftqualitätsplan mit für das Unternehmen unerfüllbaren Emissionsanforderungen, zum Aufgeben gezwungen werden.




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