Startschuss für Garachicos neuen Hafen


© Moisés Pérez

Baubeginn soll im Oktober sein

Mit der Erteilung des Bauauftrags ist am 1. September der endgültige Startschuss für den neuen Hafen von Garachico gefallen. Den Zuschlag erhielt ein mehrteiliger Unternehmenszusammenschluss, an dem auch kanarische Bauunternehmen beteiligt sind. Die vom kanarischen Bauministerium gesetzte Frist für die Umsetzung des Projektes beträgt 34 Monate, und die kalkulierten Kosten liegen bei 33,15 Millionen Euro.

Der Präsident des Landkreisverbandes Consorcio Isla Baja, Lorenzo Dorta, begrüßte diesen entscheidenden Fortschritt, „denn es ist der Stütz-pfeiler für die Entwicklung des ganzen Landkreises, an dem wir seit zehn Jahren feilen.“ Dorta erwähnte auch die zahlreichen Hürden, die zu überwinden waren, um dieses Vorhaben durchsetzen zu können. „Nachdem das Projekt in der Gemeinde auf Eis gelegt wurde, haben wir uns dreißig Jahre lang gedulden müssen, und wiederum nach verschiedenen Problemen mit den technischen Gutachten konnte nun endlich der Bauauftrag vergeben werden“, sagte Dorta.

Bauarbeiten zunächst nur an Land

Während der nächsten Monate werden sich die Bauarbeiten auf die Herstellung von riesigen Betonklötzen beschränken, die zusammen 413.000 Tonnen wiegen werden. Um den Hafen zu bauen werden 3.500 Betonblocks mit einem Gewicht von je 60 Tonnen, 1.200 Quader von über 20 Tonnen, 14.000 mit einem Gewicht von fünf Tonnen und über 100.000 kleinere Betonklötze von je einer Tonne notwendig sein. Da die Bauarbeiten zu einem schlechten Zeitpunkt beginnen, weil in den Wintermonaten im Nordwesten Teneriffas starker Seegang herrscht, wird nur an Land gearbeitet werden.

Drei Jahrhunderte und zwei Jahre später…

„Die Vergabe des Bauauftrags für den Hafen in Garachico setzt ein Zeichen in der Geschichte eines Ortes, der zurückerobern will was ihm ein Vulkan einst nahm“, schrieb der Journalist Raúl Sánchez in einer Chronik.

Garachico war einmal der größte und wichtigste Handelshafen der Insel. Auf der Route der spanischen Silberflotte war er ein wichtiger Anlaufpunkt auf dem Hin- sowie auf dem Rückweg von Amerika. Garachico wurde damals nicht umsonst „Puerto Rico“, der reiche Hafen, genannt. Doch der florierenden Wirtschaft und dem Reichtum des ganzen Landkreises setzte der Vulkanausbruch am 5. Mai 1706 ein jähes Ende. Die Lava begrub den Ort und seinen Hafen unter sich.

Heute gibt es in Garachico nur noch einen kleinen Fischerhafen. Kein Wunder, dass sich die Politiker, Handelsleute und Unternehmer in diesem Gebiet seit über zwanzig Jahren für den Bau eines neuen Hafens stark machen, der in den nächsten Jahren nun tatsächlich Wirklichkeit werden wird.

So sieht die Zukunft aus

Der Sport- und Fischereihafen von Garachico wird in die Bucht Las Aguas gebaut. Eine 600 m lange Mole und eine zusätzliche, aus der entgegengesetzten Richtung parallel verlaufende 130 m lange Mole sollen das Hafenbecken vor der besonders während der Wintermonate sehr stürmischen See schützen.

Das Hafenbecken wird durch eine weitere, etwa 100 m lange Mole in zwei Bereiche, den Fischerhafen (9.500 qm) und den Yachthafen (20.000 qm), unterteilt sein. Für Yachten zwischen 8 und 15 Meter Länge werden bis zu 161 Anleger zur Verfügung stehen. Der Bereich des Fischerhafens wird mit 40 Anlegeplätzen für kleine Fischerboote und 29 für größere Fischfangschiffe sowie einer 70 Meter langen Anlegemole zum Be- und Entladen ausgestattet. Es soll auch Anlegemöglichkeiten für RoRo-Fähren und kleinere Kreuzfahrtschiffe geben.

Das Hafengelände an Land umfasst mehr als 32.000 qm. Auf den Plänen ist auch eine Fußgängerpromenade über die Mole eingezeichnet.




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