Stapellauf der „La Palma“ für 2007 geplant


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Geschichte und Restaurierung eines historischen Schiffes

Das Dampfschiff „La Palma“ war maßgeblich an einem wichtigen Kapitel der Entwicklung des kanarischen Archipels beteiligt. Zusammen mit zwei anderen Schiffen, die heute nicht mehr existieren, trug die „La Palma“ zur Verbesserung der interinsularen Verbindungen – sowohl auf dem Gebiet des Personenverkehrs als auch des Handels – bei.

Das Schiff, das im selben Jahr vom Stapel lief in dem die Titanic sank, ist so zu einem Stück Inselgeschichte geworden. Seit Jahren wartete es im Hafen von Santa Cruz de Tenerife auf eine ungewisse Zukunft.

Nachdem bereits vor Jahren die Restaurierung des historischen Dampfers beschlossen wurde, kündigte nun der Präsident der Stiftung „Correíllo La Palma“, Juan Pedro Morales, an, dass die „La Palma“ bereits in vier Monaten zu Wasser gelassen werden könnte. Spätestens 2008 soll das geschichtsträchtige Schiff in seiner neuen Rolle als schwimmendes Museum wieder zwischen den Kanaren unterwegs sein.

Originalgetreue Restaurierung

Die umfangreiche und kostenaufwendige Restaurierung soll das Schiff einerseits in ein Museum verwandeln, andererseits den ursprünglichen Charakter des Dampfers so unverändert wie möglich erhalten. Das Deck wird originalgetreu wieder hergestellt. Mehrere Kajüten, der Rauchersalon und verschiedene andere Räumlichkeiten sollen Teil des schwimmenden Museums werden, dessen Thematik lautet: „Kanarische Schifffahrt und Emigration“. Der Laderaum wird als Ausstellungssaal bzw. Kunstgalerie eingerichtet und ein großer Mehrzwecksalon steht für Veranstaltungen zur Verfügung. Gäste werden in einem modernen Restaurant und Cafetería bewirtet und sogar ein Luxusrestaurant für bis zu 50 Gäste ist vorgesehen.

Über die Geschichte der La Palma…

Der Kapitän der Handelsmarine Ricardo Genova schreibt über die Geschichte des Dampfschiffs La Palma:

„Durch ihren Inselcharakter wurden die Kanaren, ebenso wie andere Archipele, mit dem Problem der interinsularen Kommunikation und dem Austausch sozialer und kommerzieller Kontakte konfrontiert. Seltsamerweise, ganz anders im Vergleich zu anderen Inselregionen, war bei den Ureinwohnern der Inseln die Schifffahrt unbekannt, und die Kommunikation zwischen den Inseln nahm erst nach der Eroberung ihren Anfang.

Mit den Jahren und auch durch das Bevölkerungswachstum kam der Wunsch nach einer Verbesserung der Inselkommunikation auf. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts steuerten kleinere Schoner einzelne Häfen der Inseln an. Im Jahr 1866 beschloss der Regierungsminister, Don Fernando de León y Castillo, die Inselkommunikation zu modernisieren und schrieb einen Wettbewerb aus. Sieger war die kanarische Gesellschaft „Compañía de Vapores Correos Interinsulares Canarias“ (Gesellschaft für Postzustellung), eine Filiale der englischen „Elder Dempster Ltd.“ Ihre zwei ersten Dampfschiffe, in England erbaut, wurden auf die Namen „León y Castillo“, sowie „Viera y Clavijo“ getauft. Das erste erreichte Las Palmas im August 1888, zwei Monate später legte das andere an.

Das dritte Dampfschiff, die „La Palma“ wurde von W.Harkerss & Son Ltd. in Middlesbrough gebaut. Sein Stapellauf fand am 15. Februar1912 statt. Fertiggestellt am 10. April, lief es am 16. unter dem Befehl des Kapitäns D.Aurelio del Arco aus und erreichte nach einem Zwischenaufenthalt in Bremen am 24. Las Palmas. Am 18. Juni 1913 erhielt es die königliche Segellizenz.

1930 wurde die Compañia de Vapores Correos Interinsulares Canarios durch die Compañía Transmediterranea erworben, es folgte eine Zusammenarbeit mit der spanischen Regierung, der interinsulare Verkehr wurde mit weiteren Schiffen verbessert: „Ciudad de Mahón“, „Ciudad de Málaga“, „J.J.Sister“, „Ciudad de Huesca“, „Ciudad de Teruel“. Dann folgten die nach Heiligen benannten: „Santa María del Pino“(1963), „Santa María de las Nieves“ und „Santa María de la Candelaria“(1964), „Santa María de la Caridad“ und „Santa Marïa de la Paz“(1967). Diese Motorschiffe hatten einen weißen Rumpf, während die Vorgänger als „Schwarze“ bezeichnet wurden.

Von den sechs schwarzen Dampfschiffen blieb uns als einzigstes das „La Palma“. Ende der 70er Jahre wurde es für anderthalb Millionen Peseten von Jürgen Flick ersteigert, um es in ein Museum, Yachtclub, schwimmendes Casino-Restaurant, umzuwandeln. Die Idee scheiterte an Bürokratie und Unverständnis. Probleme, Hindernisse, Einwände machten der Geduld von Jürgen Flick ein Ende. 1986 übernahm die Stadt Santa Cruz de Tenerife das Schiff. Seither liegt es in einer Werft im Hafen von Santa Cruz.“ 




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