Stadträte nahmen Verzicht auf Weihnachtsgeld zurück


© Ayto Arona

Bereicherung und Sexismus im Rathaus von Arona

Arona macht auch nach dem Rücktritt von Bürgermeister Reverón weiter von sich reden als die Gemeinde, deren Stadträte sich die höchsten Zuwendungen zubilligen.

Unter dem neuen Bürgermeister Francisco Niño erhielten die 12 Ratsherren und er selbst ihr Weihnachtsgeld, obwohl sein Vorgänger Reverón noch am 17. September einen Erlass unterzeichnet hatte, der diese Sonderzahlung von insgesamt 38.000 Euro aussetzte. Die Begründung lautete: „wegen der tiefen Krise, die wir durchleiden, als Zeichen der Verantwortung gegenüber der Stabilität des öffentlichen Haushalts und aus Solidarität mit den benachteiligten Teilen der Bevölkerung und den Angestellten dieser Verwaltung.“

Der Stadtrat und Sprecher der sozialistischen PSOE José Julián Mena prangerte in der letzten Ratssitzung die „Unmoral dieser unsolidarischen Geste“ an, umso mehr, da den Gemeindemitarbeitern das Weihnachtsgeld gestrichen worden sei. Er schätzt das nun wertlose Dekret, welches zudem auf undemokratische Weise zustande gekommen sei, als misslungenen Versuch, sich politisch reinzuwaschen. Der Sprecher der regierenden Fraktion, Antonio Sosa, beschränkte sich kurz angebunden auf den Hinweis, dass die Streichung der Sonderzahlungen der Beamten von der Zentralregierung gekommen sei und dass die Diäten der Opposition ja auch nicht beschnitten worden seien.

Frauen bekommen weniger

In derselben Sitzung wurde auch das Gehalt des Bürgermeisters beschlossen: 83.000 Euro brutto, gut 5.000 netto im Monat, während das Gehalt der neuen Tourismusbeauftragten Evelyn Santos auf gut 2.000 Euro im Monat festgelegt wurde, weniger als der neue Bürgermeister, zuvor auf demselben Posten, bezogen hatte. Die PSOE kritisierte auch diesen Umstand, der alle weiblichen Stadträte betreffe, da sie weniger erhielten als ihre männlichen Kollegen im gleichen Amt.

Dicke Gehälter für kleine Fische

Die Stadträte der Touristik-Gemeinde machten schon früher Schlagzeilen wegen ihrer üppigen Gehälter. Nachdem man sich im Jahr 2007 die Gehälter um 40% erhöht hatte, verdiente der ehemalige Bürgermeister Reverón mit 93.000 Euro Jahresgehalt mehr als der damalige Regierungschef Spaniens, José Luis Zapatero. Die Stadträte zogen mit über 73.000 Euro mit den Gehältern von Staatssekretären der spanischen Regierung gleich.

Kritik an der jetzigen Höhe des Bürgermeistergehaltes wies Sprecher Sosa mit der Bemerkung zurück, dass die Ausgaben für das Stadtsäckel ja geringer würden, weil die Gehälter seit 2007 stabil geblieben seien. Bleibt zum neuen Jahr die Hoffnung, dass die Führungselite von Arona für ihre Bürger ebenso gut zu sorgen weiß wie für sich selbst.




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