Sozialversicherung verloren


Die Lage der Rettungsschwimmer von Arona spitzt sich weiter zu

Die Situation der Rettungsschwimmer vom Strand Las Vistas bei Los Cristianos verschlechtert sich immer weiter, während die Stadtverwaltung offenbar keine Ahnung hat, wie sie das Problem lösen soll.

Gerüchte, die besagen, die dreizehn Mitarbeiter der Strandaufsicht hätten ihre Zugehörigkeit zur Sozialversicherung verloren, haben sich mittlerweile bestätigt. Wenn es nicht gelingt, dies rückgängig zu machen, sind die Betroffenen nicht nur ohne Krankenversicherungsschutz, sondern verlieren die Arbeitslosen- und Rentenversicherung.

Nach der Pleite ihres Arbeitgebers tun die verbliebenen Rettungsschwimmer weiter ihren Dienst am Strand und halten sich notdürftig durch die Unterstützung ihrer Familien, Spenden von Touristen und das, was sie für den Bade-Service für Menschen mit eingeschränkter Mobilität erhalten, über Wasser. Eine neue Firma, die den Rettungsdienst an diesem Strand und die Mitarbeiter übernimmt, konnte bisher nicht gefunden werden, da verständlicherweise kein Anbieter bereit ist, die Lohnschulden der Vorgängerfirma zu übernehmen.

Die „gestrandeten“ Retter von Arona stecken in einer Falle, die auch die Mitarbeiter anderer Pleite-Firmen in Spanien trifft. Der in Konkurs gegangene Arbeitgeber schreibt den Arbeitnehmern keine Kündigung, weil dann Abfindungszahlungen fällig werden, die den verschuldeten Unternehmer finanziell noch mehr belasten. Ohne ordentliche Kündigung vom Chef gibt es jedoch kein Arbeitslosengeld, obwohl der Arbeitnehmer dort eingezahlt hat und die Pleite beweisbar wäre.

 Der Noch-Arbeitgeber kann nun hoffen, da er keinen Lohn mehr zahlt, dass seinen Mitarbeitern finanziell schnell die Luft ausgeht und sie nicht mehr am Arbeitsplatz erscheinen können. Wer nicht mehr zur Arbeit kommt (auch wenn er gar keinen Lohn erhält), verliert aufgrund dessen seine Ansprüche auf Abfindung vom Arbeitgeber und auf das Arbeitslosengeld, für das er in die Sozialversicherung eingezahlt hat. Er steht dann völlig mittellos da, bekommt zunächst nicht einmal die geringe Sozialhilfe vom Staat, da er ja seinen Arbeitsplatz „freiwillig“ aufgegeben hat. Darum sieht man bei Hotel- und anderen Firmenpleiten das Personal immer noch wochenlang auf dem Firmengelände herumstehen oder – wie die Strandaufsicht von Arona – sogar ohne Lohn arbeiten.

Indessen hat Arona auf der Reisemesse World Travel Market in London die Qualität seiner Strände in den Mittelpunkt seiner Werbekampagne gestellt.




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