SOS Kinderdorf von einem Teneriffa-Freund im Testament bedacht


Ein deutscher Notar erfüllte den letzten Wunsch

Dr. Ulrich Angersbach, Rechtsanwalt und Notar a.D. hielt sich zusammen mit seiner Frau kürzlich auf Teneriffa auf, um den letzten Willen eines Bürgers seiner Heimatstadt Offenbach zu erfüllen, der ein eingeschworener Freund und Liebhaber der Insel war.

Der Besitzer einer Fahrschule in Offenbach besaß eine Ferienwohnung in Los Cris­­­tianos. Dort verbrachte er mit seiner Frau regelmäßig die Wintermonate. Sie verstarb bereits vor einigen Jahren und wurde auf der Insel beigesetzt.

Seither lebte der Teneriffa-Freund allein, und als er jetzt ebenfalls in seinem Haus in Offenbach starb, hatte er in seinem Testament verfügt, dass sein Nachlass auf der Insel dem SOS Kinderdorf von Teneriffa zukommen sollte.

Der Rotary-Club Offenbach-Einhard übernahm die Aufgabe, diesen Teil des Tes­taments zu vollstrecken und Dr. Ulrich Angersbach machte daraus eine Herzensangelegenheit. Er reiste in Begleitung seiner Frau auf die Insel und stattete zunächst dem SOS Kinderdorf – hier Aldea Infantil genannt – einen Besuch ab, um sich zu vergewissern, dass der Nachlass auch in würdige Hände gelangt. Er war von der schönen Anlage, in der die Kinder wie Familien in einzelnen Häusern zusammen leben sehr angetan. So konnte die Immobilie in Los Cristianos schließlich verkauft werden, um den Erlös dem Kinderdorf zu überweisen.

Doch damit war die Herzensangelegenheit noch nicht erledigt. Der verstorbene Fahrschulbesitzer hatte in seinem Testament den Wunsch niedergelegt, seine Asche an der Küste Teneriffas ins Meer zu versenken. Die Urne hatte das Ehepaar Angersbach aus Deutschland mitgebracht und nachdem einige Hürden mit der Zollbehörde überwunden waren, bemühten sie sich um ein Boot, um den letzten Wunsch des Verstorbenen zu erfüllen. Der Zufall wollte es, dass die Angersbachs im Hafen von Los Gigantes ein französisches Ehepaar kennenlernten, das dort mit seinem Schiff lag und sich be-reit­erklärte, die gewünschte Seebestattung in würdiger Art und Weise durchzuführen. So wurde die Urne mit der Asche des freundlichen Menschen aus Offenbach vor der Küste Teneriffa ins Meer versenkt.

Vor einigen Tagen stattete Dr. Ulrich Angersbach der Wochenblatt-Redaktion einen Besuch ab und erzählte, wie er das Testament seines Mitbürgers hier auf der Insel erfüllt hat. Vielleicht kann sein Bericht eine Anregung für Menschen sein, die ihr Vermögen einem guten Zweck zuführen möchten.




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