Sogar nachts preiswerter Solarstrom vom Erfinder aus Teneriffa


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Inhaber der Weltpatente Daniel González González im Wochenblatt-Interview

Der Artikel „Weltgrößte Solarkollektoren produzieren für 8 Cent statt 1 Euro“ im Blickpunkt der Wochenblatt-Ausgabe 78 ist auf große Resonanz gestoßen. Das Wochenblatt hat die Gelegenheit wahrgenommen, ein Interview mit dem Inhaber dieses Patents zur Nutzung von Sonnenenergie, Herrn Daniel González González, zu führen.

Der aus Tacoronte gebürtige Energiewissenschaftler nimmt in El Médano über die zusammen mit seinem deutschen Partner Jürgen Glaser gegründete Lysply SA eine Solarstrom-Versuchsanlage in Betrieb, die sich durch niedrige Herstellungskosten und höchste Produktivität auszeichnet.

Lysply SA: „Die Anfänge dieses Projekts haben vor 40 Jahren stattgefunden. Im Verlauf dieser Jahre hat man die Preisentwicklung der fossilen Brennstoffe sowie die Reserveverminderung untersucht und verfolgt.

Im Jahre 2008 haben diese fossilen Brennstoffpreise ein historisches Maximum erreicht: 147 $ pro Barrel Rohöl und mehr als 190 $ für eine Tonne Kohle. Diese Parameter haben zum Kollaps der Weltwirtschaft geführt und der daraus folgende Konjunkturrückgang würde allgemein die Lebensqualität um 30% verringern.

Mit unserem Projekt kann dieses Panorama um 180 Grad gedreht werden: Die Energie wird billiger, da sie aus ständig erneuerbaren Quellen wie die Sonne stammt. Nach verschiedenen industriellen Verfahren wandeln wir die Sonnenenergie in Strom um, den wir dann als Methanol speichern. Das vermittelnde Element dazu ist die Kohle.

Das Ziel dieser neuen Technologie ist ihr weltweiter Einsatz. Alle Gebiete, wo diese Anlagen stehen, werden energetisch durch diese Kraftwerke versorgt, wodurch die gegenwärtige Abhängigkeit vom   Erdöl und die damit in Verbindung stehende Umweltverschmutzung wegfällt. Man erhält eine saubere Energie und ersetzt die momentanen Brenn­stoffe durch andere, umweltfreundlichere Energiequellen wie das Methanol.

Grundlage dieser Technologie ist die Konzentration der Sonnenenergie mittels Sonnenkollektoren mit Nachführeinrichtung und der Umformung in Strom.“

Eine genauere Beschreibung finden Sie unter www.lysply.es“ target=“_blank“ rel=“nofollow“>www.lysply.es/memoria_al.pdf

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Wochenblatt: Señor Daniel, sprechen wir mit dem „studierten“ Bauernsohn aus Tacoronte, der revolutionäre Erfindungen zur Versorgung der Menschheit mit umweltfreundlicher Energie gemacht haben soll? Strom und Treibstoff  auf Teneriffa künftig nur noch aus der Sonne?

Daniel González G. (lacht): Richtig ist erst einmal, dass meine Eltern Bauern auf Teneriffa waren. Wir kommen genau gesagt aus Santa Úrsula. Studiert habe ich in Las Palmas auf Gran Canaria und in Madrid. Wichtige berufliche Erfahrungen als Energiewissenschaftler habe ich in meiner Arbeit in Amerika und Brüssel gewonnen. Mit meinen patentierten Verfahren kann ich als „Sohn der Insel“ zur Lösung unserer zu erwartenden Energie- und Treibstoffprobleme auf Teneriffa beitragen. Die Ergebnisse unserer Versuchsanlage in Granadilla werden das noch in 2009  belegen. Alle bisherigen Tests sind positiv verlaufen und von unabhängigen Gutachtern notariell bestätigt. Unser Archipel lebt doch vom Tourismus. Laut Umweltbericht des Ministeriums gehört die Ferieninsel Teneriffa jedoch mittlerweile zu den Regionen Spaniens, in denen die gesetzlich festgelegten Grenzwerte für  Schadstoffbelastungen in der Luft  jetzt  schon deutlich überschritten werden. Der bisherige Weg führt ins Desaster. Die radikale Umstellung der derzeitigen Versorgungslage Teneriffas ist unerlässlich. Unsere Technologie bietet schrittweise binnen fünf Jahren eine dauerhafte Lösung.

Wochenblatt: Worin unterscheidet sich Ihre neue Technologie von anderen Verfahren zur Nutzung der Sonnenenergie?

D. González G.: Technik und Wirkungsweise unserer patentierten Verfahren sind in allen wichtigen Sprachen im Internet unter www.lysply.es“ target=“_blank“ rel=“nofollow“>www.lysply.es  nachzulesen.  Auf  der Konferenz am 30. Dezember in Brüssel konnten wir diese allen 27 EU-Energieministern zuleiten. Die entscheidenden Unterschiede unserer Technik liegen zum einen  in den nachweislich konkurrenzlos niedrigen Herstellungspreisen im Vergleich zu allen anderen derzeit bekannten Verfahren. Ich gebe ihnen ein Beispiel: Die Fotovoltaik-Anlage von Navarra auf dem Festland kostete 11 Mio. Euro. Sie produziert auf einer bebauten Fläche von 70.000 Quadratmetern 1,9 Gigawatt im Jahr. Auf unserem gleich großen Versuchsgelände in El Médano – Granadilla könnten wir 63 Parabolspiegel installieren, jeder mit einem Durchmesser annähernd so groß wie die Kuppel des Petersdoms in Rom. Jeder Parabolspiegel benötigt 1.100 Quadratmeter Grundfläche und  kostet alles in allem 550.000 Euro. Das wären dann rund 35 Millionen Euro. Damit aber produzieren wir nicht 1,9 sondern fast 92 Gigawatt. Könnt ihr rechnen?

Wochenblatt: So schnell nicht. Die Kosten würden dramatisch gesenkt, so viel ist klar. Bei gleicher Grundfläche wäre bei Ihrem Verfahren die aus der Sonne gewonnene elektrische Strommenge ca. 50 mal so groß, wenn Sie Recht haben.

D. González G.: Die Korrektheit der Berechnungen wurde uns offiziell bestätigt. Anderes aber ist noch wichtiger: Der tagsüber bei reichlich Sonne im Süden Teneriffas erzeugte Solarstrom wird durch unser neues, die Umwelt schonendes Verfahren, zu Methanol verarbeitet. Wir machen Solarstrom somit erstmals in großen Mengen speicherfähig. Mit diesem „gespeicherten Solarstrom“ werden auch nachts Generatoren betrieben, die dann eben auch nachts Strom aus der Sonne ins Stromnetz einspeisen. Teneriffa wird dann auch nachts mit Solarstrom versorgt werden.

Wochenblatt:  Zur Herstellung von Methanol benötigt man aber doch Steinkohle. Sie behaupten, das sei eine umweltfreundliche Technik?

D. González G.:  Wie ich Ihnen sagte, können Sie im Internet unter www.lysply.es“ target=“_blank“ rel=“nofollow“>www.lysply.es die biologische Herstellung von Methanol als Patent in deutscher Sprache nachlesen. Auf Teneriffa leben mehr als 1 Million Einwohner,  und im Austausch permanent einige Hunderttausend Touristen. Dazu kommen über 700.000 Autos, die sich im Wesentlichen auf den Küstenstraßen drängen und in den Städten und Pueblos stauen. Verkehrsdichte und Umweltbelastung Teneriffas entsprechen dort der von London oder Paris. Nun haben Benzin 6  bis 7 Moleküle Kohlenstoff, Diesel 8 Moleküle Kohlenstoff. Methanol hat hingegen nur 1 Molekül Kohlenstoff. Zwar werden bei Verbrennungsmotoren 25 Prozent mehr Methanol benötigt, um einen ähnlichen Wirkungsgrad wie mit Benzin oder Diesel zu erzielen; die Umweltbelastung wird sich hierdurch aber auf ein Minimum reduzieren.

Wem das immer noch zu viel ist, der möge sagen, wie 1,5 Millionen Menschen mit 700.000 Autos auf engem Raum zusammen leben sollen. Finden Sie im Übrigen die vielen Windmühlen auf der Insel schön? Wieso ist unsere Umwelt hier als Ferieninsel mit Schadstoffen weit über die gesetzliche Norm  belastet? Keine Ahnung, wie viel Prozent  Strom aus Windkraft hier ins Netz eingespeist werden. Anscheinend aber nicht genug, oder?

Wochenblatt: Jetzt haben Sie es uns aber gegeben!

D. González G.: Nicht Ihnen, oder wem sonst. Darum geht es nicht. Als waschechter Tinerfeño möchte ich zum  Bestand meiner herrlichen Heimatinsel beitragen und mit meinen Entwicklungen dem Wohlergehen von Menschen hier und anderswo nützlich sein. Die Inselbehörden  konnten unser Projekt hier nicht unterstützen. So haben wir beim spanischen Industrieministerium Förderung beantragt und erst einmal 3,5 Millionen Euro zum Betrieb der Versuchsanlage erhalten.

Wochenblatt: Kein Politiker hätte Ihre Intentionen edler auszudrücken vermocht, und wir wollen das auch nicht bezweifeln. Glückwunsch auch dazu, dass man in Madrid die Bedeutung der von Ihnen entwickelten Technologie erkannt hat. Dennoch bitten wir um Beantwortung noch zweier Fragen auf unserem Zettel: Bei Ihren Verfahren fallen auch Salzrückstände an. Wohin damit auf Teneriffa? Ins Meer, und damit die Fische, die Fauna und Flora schädigen?

D. González G.: Richtig ist, dass wir aus 100 Litern Meerwasser auch noch 50 Liter Trinkwasser produzieren. Die anderen 50 Liter leiten wir als mit 4 Prozent schwach salzhaltige Sole wieder ins Meer zurück. Es entstehen somit keine Schäden an maritimer Flora und Fauna. Ich nenne das ein „die Umwelt schonendes Verfahren“. Die Umwelt wird durch unser Verfahren ungleich weniger belastet als durch jedes andere, derzeit wirtschaftlich auch nur denkbare, geschweige denn gegenwärtig angewendete Verfahren.

Wochenblatt: Konnten Sie schon Investoren für Ihr neues Sonnenenergie-Nutzungsverfahren gewinnen?

D. González G.: Wenn ab Februar der erste Parabolspiegel wie geplant Strom produzieren wird, werden sich die Interessenten im zwei Autominuten gegenüber unserer Anlage gelegenen neuen Hotel Arenas del Mar die Zimmerschlüssel in die Hand übergeben. Sie werden staunen, wer alles sich schon angemeldet hat. Wie sollen Investoren sich für unser Thema „Transportable Sonnenenergie“ nicht erwärmen? Bei derzeit abgedrehtem Gas aus Russland frieren in Osteuropa schon die Leute. Die deutschen Gasreserven sind auf die Hälfte geschrumpft. Gerade erfahren wir, dass 88 Prozent der Deutschen an der Versorgungssicherheit mit Energie aus Russ­land zweifeln.

Wochenblatt: Nach diesen jüngsten Erfahrungen der Europäer dort im kalten Winter mögen Sie Recht haben. Wir wünschen Ihnen gute Gespräche!

Das Interview führte

Hans Rueda




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