Schweres Busunglück fordert drei Todesopfer


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Ein unter Alkoholeinfluss stehender Autofahrer verursachte den Unfall auf Teneriffas Südautobahn

Drei Tote und 28 Verletzte ist die schreckliche Bilanz eines Busunfalls, der sich am späten Vormittag des 30. Oktober auf Teneriffas Südautobahn ereignet hat. Ein Touristenbus mit schwedischen Urlaubern, die sich auf dem Weg zum Südflughafen befanden, geriet durch einen Lieferwagen, der nach einem Überholmanöver auf der rechten Fahrspur aus ungeklärten Ursachen stark bremste, außer Kontrolle.

Der Bus kam nach einer Bremsung von der Fahrbahn ab, kippte um und raste in ein halbes Dutzend parkende Fahrzeuge an der Shell-Tankstelle bei Parque de la Reina (Gemeinde San Miguel de Abona). Eines der Fahrzeuge wurde gerade vollgetankt und nur durch Glück im Unglück sprangen keine Funken über, so dass es nicht zu einer Explosion kam.

In dem neuen Reisebus des Unternehmens Tenerife Tours befanden sich 29 schwedische Urlauber, darunter zahlreiche Kinder im Alter zwischen 18 Monaten und 8 Jahren, eine norwegische Reiseleiterin sowie der spanische Busfahrer. Bei den drei Toten handelt es sich um die 27-jährige Reiseleiterin, eine 40-jährige Urlauberin und einen 5-jährigen Jungen, der mit seinen Eltern Ferien auf Teneriffa gemacht hatte. Die Feuerwehrleute brauchten zwei Stunden, um das Kind und eine der Frauen aus den Trümmern zu bergen. Desweiteren wurden 28 Personen teils schwer verletzt, darunter auch der 50-jährige Fahrer des Busses.

Die Verletzten wurden in einer äußerst schnellen und effektiven Rettungsaktion in die verschiedenen Krankenhäuser der Insel gebracht, wo sie umgehend versorgt wurden. Zwei Tage nach dem Unfall hatte sich der Zustand von 24 der 28 Verletzten soweit verbessert, dass sie aus den Krankenhäusern entlassen werden und endlich ihre Heimreise antreten konnten.

Sowohl die Mitarbeiter, die von SOS International Copenhague geschickt wurden, als auch die Helfer der Schwedischen Kirche in Los Cristianos waren eine große Hilfe für die Opfer dieses Verkehrsunfalls, die größtenteils psychologischer Betreuung bedurften. Die schwedische Konsulin in Las Palmas de Gran Canaria, Ann-Kristin Ekstrands, reiste umgehend nach Teneriffa, um sich in Begleitung der kanarischen Vizetourismusministerin Pilar Parejo in den vier Krankenhäusern nach dem Zustand der Verletzten zu erkundigen.

Der Leiter des kanarischen Notdienstes SUC, Carmelo Duarte, unterstrich die gute Arbeit der Rettungskräfte und betonte, dass eineinhalb Stunden nach dem Unfall bereits alle 28 Verletzten notdürftig versorgt und, sei es per Notarztwagen oder per Hubschrauber, in Krankenhäuser gebracht worden waren. 

Mit 1,18 Promille wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

Der Fahrer des Lieferwagens Renault Kangoo, ein 42-jähriger Kolumbianer, wohnhaft in San Isidro, wurde nach dem Unfall einer Alkoholkontrolle unterzogen, bei der sich herausstellte, dass er die in Spanien gültige Promillegrenze von 0,5 bei weitem überschritten hatte. 0,59 Milligramm Alkohol pro Liter Atemluft oder, was dasselbe ist, 1,18 Promille wurden bei dem Unfallverursacher festgestellt. Der Mann wurde festgenommen und der fahrlässigen Tötung in drei Fällen, der fahrlässigen Körperverletzung und der Gefährdung des Straßenverkehrs angeklagt.

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