Schweigen aus dem Rathaus


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Vergeblicher Kampf gegen die Schließung des Mariposarios

Der Eigentümer des Schmetterlingshauses von Icod de los Vinos, José Antonio Plaza, wehrt sich gegen die unnötige Schließung seines Hauses durch die Gemeinde (das Wochenblatt berichtete). Der Bürgermeister Juan José Dorta hatte den Eingang des beliebten Ausflugszieles, in dem man freifliegende Schmetterlinge in exotischer Umgebung erleben kann, mit einem Bauzaun verschlossen.

Dies geschah unter dem Vorwand, gerichtlich angeordnete Baumaßnahmen durchführen zu müssen, deren Beginn noch nicht festgelegt ist und die, wenn es dann soweit ist, überhaupt nicht an dieser Seite des Gebäudes ausgeführt werden.

Plazas Appelle an die Verantwortlichen prallen, wie so oft in den vergangenen Jahren, an der Behörde ab. Weder seine Versuche, zu widerlegen, dass ein kleiner Teil seines Gebäudes auf öffentlichem Grund steht, wie das Ayuntamiento seit 15 Jahren behauptet, noch seine Warnung, dass diese unbefristete Schließung sechs Arbeitsplätze kosten und das Image der Stadt als Touristenziel beschädigen werde, können die Stadtverwaltung dazu bewegen, ihre Haltung zu überdenken oder auch nur die schriftlichen Anträge und Anfragen Plazas zu beantworten.

Was soll der Bürgermeister auch antworten auf die von Plaza vorgebrachten Einwände, hat er doch selbst eingeräumt, dass die Stadt zurzeit keinerlei Gelder für die Ausführung der Bauarbeiten hat. Zudem verfügt das Mariposario über alle Genehmigungen zum Betrieb, einschließlich der endgültigen Genehmigung der Kanarenregierung. Und so bleibt die unbegründete Schließung der Anlage ein offener Akt der Willkür.

Eine neue Entwicklung in dem jahrelangen Streit ist, dass das Gelände hinter dem Mariposario, wo das Gebäude mit 50 Zentimetern auf öffentlichem Grund stehen soll, offenbar gar nicht der Gemeinde gehört. Einen Bauzaun, der an der fraglichen Stelle errichtet worden war, musste der Bürgermeister nach einer Klage eines Nachbarn, der sich verbat, dass auf seinem Grundstück Zäune aufgestellt werden, wieder abreißen.

Sollte sich bestätigen, dass eine Privatperson und nicht die Gemeinde Eigentümer des umstrittenen Grundes ist, wären der jahrelange Streit und die ruinösen amtlichen Schließungen des Schmetterlingshauses nicht mehr nur überzogen sondern völlig gegenstandslos gewesen.

Plaza hat nun vom Ayuntamiento von Icod de los Vinos gefordert, die Eigentümerschaft an dem Grundstück nachzuweisen. Antwort wird er wohl wie üblich erst erhalten, wenn er diese gerichtlich einfordert.




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