Schrecklicher Fall von Tierquälerei


© Albergue Comarcal Valle Colino

Hündin wurde in einen Koffer eingesperrt und in den Müll geworfen

Ende Oktober schockierten die Nachricht und das Bild eines in einen Koffer eingesperrten Hundes die Zeitungsleser auf Teneriffa.

Das Tier hatte sich in seiner Not mit den Zähnen ein kleines Loch in den Hartschalenkoffer gefressen. Nur deshalb ist es wohl noch am Leben gewesen, als Polizeibeamte am Abend des 30. Oktober auf den blauen Koffer in einem Müllcontainer in Santa Cruz aufmerksam wurden, aus dem das Gewinsel eines Hundes kam. Die Beamten rissen den Koffer auf, und zum Vorschein kam eine völlig geschwächte Pitbull-Hündin, die sich nicht einmal mehr auf den Beinen halten konnte. Ihr Körper wies zahlreiche Bisswunden von einem anderen Hund auf.

Die Nachricht von der gequälten Hündin verbreitete sich rasant durch die sozialen Netzwerke wie Facebook. Im Tierheim Valle Colino, wo die Gerettete (Foto oben) vorerst untergebracht ist, gingen dutzende Anrufe von Adoptionswilligen ein. Doch die Hündin soll zunächst nicht in die Obhut einer Familie gegeben, sondern in ein Heim nach Tarragona gebracht werden. Bei „Tarracosbull“ soll sie sich nicht nur von den körperlichen, sondern insbesondere von den psychischen Misshandlungen erholen. Das Heim ist auf die Reha misshandelter Hunde potenziell gefährlicher Rassen spezialisiert.

Da die Hündin mit einem Chip versehen war, konnte die Polizei rasch den Besitzer ausfindig machen. Der Mann wurde bereits verhört und wegen Tierquälerei angeklagt. Ihm droht eine Gefängnisstrafe zwischen drei und zwölf Monaten. Nachbarn des mutmaßlichen Tierquälers haben ihre Missbilligung durch Schmierereien an dessen Hauswand zum Ausdruck gebracht und manche sogar persönlich Anzeige erstattet.

Aus dem Tierheim Valle Colino wurde berichtet, dass sich die Hündin gut von ihren Verletzungen erholt und offenbar trotz des schrecklichen Erlebnisses das Zutrauen zu den Menschen nicht verloren hat. Wenn sie ihre Pfleger sehe, wedle sie mit dem Schwanz und  lasse sich auch brav ihre Wunden behandeln. 




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