Schlechte Erfahrung mit deutschem Handwerker


Im Juni letzten Jahres kaufte ich über einen bekannten Immobilienmakler ein Studio in Puerto de la Cruz. Bei der Besichtigung stellte ich fest, dass es renovierungsbedürftig war. Über eine Freundin, die im gleichen Haus wohnte, verpflichtete ich einen Handwerker (kein Spanier), der die anfallenden Arbeiten übernehmen woll­te. Außerdem vermietete er mir für vorerst einen Monat im selben Haus ein Apartment zum mündlich vereinbarten Preis von 500 Euro, die von mir bar bezahlt wurden. Zum Kauf der erforderlichen Materialien fuhr ich mit ihm in seinem Auto zu einem Baumarkt. Dort wurden Fußbodenbretter, Farbe, Sanitärmaterial für Bad und Küche, Herdplatte etc. gekauft. Ich bezahlte das Material. Die anfallenden Punkte wurden auf seiner Kundenkarte gutgeschrie- ben und auf der Rechnung vermerkt, Gesamtbetrag 1.160 Euro. Was nicht verbraucht worden war, wurde zurückgebracht, und die Gutschrift erfolgte nicht an mich sondern auf das Konto des Handwerkers.

In der angemieteten Wohnung brachte ich Kleidung, Privatunterlagen und 2000 Euro in bar unter. Ich kaufte noch Lampen (150 €) und füllte den Kühlschrank mit Lebensmitteln (80 €). 20 Tage nach der Nutzung der Wohnung standen meine sämtlichen Sachen vor meiner zu renovierenden Wohnung. Es fehlten einige Kleidungsstücke, der Kühlschrankinhalt sowie einige Deko-Gegenstände. Vor al­lem fehlten jedoch die 2.000 Euro, die in einer Schachtel für Sicherheitsschlüssel versteckt wa­ren. Einen Tag vor der „Zwangs­räumung“ der Wohnung war ich in meiner zu renovierenden Wohnung. Zuvor hatte ich einen Schlüsseldienst bestellt, um ein neues Schloss installieren zu lassen. Dort stellte ich fest, dass der Code des Schlosses samt der Schachtel nicht mehr da waren. Plötzlich springt jemand vom Nebenbalkon in meine Wohnung – der Handwerker. Ich war sehr erschrocken, bekam einen Schock und konnte mich dann nicht mehr erinnern, was er gesagt hatte. Das alles war für mich unverständlich, und mein Mann benötigte auch noch einen Notarzt. Ich hatte aus Angst vor dem Handwerker die Tür abgesperrt und den Schlüssel verlegt, sodass wir beide nicht mehr die Wohnung verlassen konnten. Das Ergebnis – ich und mein 83 Jahre alter kranker Mann mussten die Nacht in der leeren Wohnung ohne Essen, Wasser und Medikamente (mein Mann ist Diabetiker und braucht Insulin) verbringen. Erst einen Tag später fand sich der Schlüssel wieder, und wir konnten die Wohnung verlassen.

Schließlich kam es dazu, dass der betreffende Handwerker sei­ne Arbeit nicht mehr beendete. Trotz der Zahlungen haben wir weder das Material noch das Geld zurückbekommen.

Alle Arbeiten wurden inzwischen durch eine zuverlässige Firma erledigt. Natürlich nach nochmaliger Zahlung.

Versuche, durch die hiesige Polizei Hilfe zu erhalten, scheiterten an den fehlenden spanischen Sprachkenntnissen und an der Tatsache, dass uns der Wohnort des Handwerkers nicht bekannt ist. Alle Informationen befinden sich bei der Polizei in Madrid.

Name und Anschrift des Verfassers sind der Redaktion bekannt




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