Schlechte Aussichten für Puertos Müllwerker


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Drastische Lohnreduzierung

Für die Mitarbeiter des Müllabfuhr- und Straßenreinigungsunternehmens Sufi Tarajal in Puerto de la Cruz hat sich das Blatt zum Schlechteren gewendet. Nachdem sie ihren unbefristeten Streik wegen der beabsichtigten Kürzung ihrer Gehälter um etwa 30% auf Mindestlohn-Niveau, aufgeschoben haben, um nochmals in Verhandlungen einzutreten, sehen sie sich nun mit einem sogenannten ERTE konfrontiert.

Bei einem ERTE (Expediente de Regulación Temporal de Empleo) handelt es sich um eine arbeitsrechtlich festgelegte Vorgehensweise, die ein Unternehmen einschlagen kann, um für eine begrenzte Zeitspanne die Arbeitszeiten der Angestellten zu reduzieren oder die Arbeitsverträge auszusetzen, ohne dass der Arbeitsvertrag gänzlich erlischt. Zulässig sind wirtschaftliche, organisatorische, technische oder produktionsspezifische Gründe. Im Zuge dieses Verfahrens ist den Mitarbeitern angeboten worden, ihre Gehälter um 40% zu kürzen, mit Ausnahme der drei Mitglieder der Unternehmensführung, die nur 14% ihres Gehaltes einbüßen sollen.

Die ganze Situation ist dadurch hervorgerufen worden, dass die Stadt Puerto in Finanznot ist und von der Regierung gezwungen wurde, radikale Einsparungen vorzunehmen. Sie zahlt Sufi Tarajal deshalb statt 4,3 Millionen Euro jährlich nur noch 2,9 Millionen. Sufi Tarajal seinerseits wollte daraufhin die Gehälter seiner 84 Mitarbeiter um 30% kürzen und eineinhalb Sonderzahlungen streichen bei gleichzeitiger Erhöhung der Wochenarbeitszeit (das Wochenblatt berichtete).

Der Generalsekretär der Ortsgruppe der sozialistischen PSOE, Marco González, warf der Abfallbeseitigungsfirma und dem Stadtrat vor, ihre Einnahmen auf Kosten der Arbeiter beibehalten zu wollen und monierte die Ungleichbehandlung zwischen Mitarbeitern und Unternehmensführung.




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