Schiffbrüchige nach 32 Tagen auf hoher See gerettet


Die beiden Männer waren am 21. Februar mit ihrem kleinen Boot von Huelva auf dem spanischen Festland aus gestartet, um zu fischen. Als nur wenige Stunden später der Motor ausfiel, waren die beiden Männer in ihrem vier Meter langen Boot den Strömungen ausgesetzt. Hilflos trieben Juan Rodríguez und der junge Marokkaner Mohamed D. 32 Tage lang im Atlantik, zwölf Tage lang waren sie ohne Wasser, 18 Tage ohne Essen. „Mehrere Schiffe fuhren in dieser Zeit an uns vorbei“, berichteten sie. „Die Schiffe waren teilweise so nah, dass man ihre Namen erkennen konnte.“ Doch trotz der Zeichen und Leuchtfackeln, ignorierten sie die Schiffbrüchigen.

Erst nach 32 Tagen wurde ein Frachschiff auf das kleine Boot aufmerksam und nahm die Männer an Bord. Am Montag erreichten sie auf Teneriffa wieder festen Boden unter den Füssen. Die Liste mit den Namen der Schiffe übergab Juan Rodríguez nun der Polizei. Sollte sich eine unterlassene Hilfeleistung beweisen lassen, sieht das Gesetz empfindliche Strafen vor.

Für den jungen Marokkaner hat die Rettung jedoch ein Nachspiel: Aufgrund fehlender Ausweispapiere behandelte die Polizei den Mann wie einen Bootsflüchtling und beantragte die Identifizierung durch das marokkanische Konsulat. Sollte dies innerhalb von 72 Stunden nicht erfolgen, könnte der Mann in eines der Auffanglager für Immigranten eingewiesen werden.




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