Rückkehr zur „alten Normalität“ in Santa Cruz

Der neue alte Bürgermeister lässt sich vor dem Rathaus von Sympathisanten feiern. Foto: efe

Der neue alte Bürgermeister lässt sich vor dem Rathaus von Sympathisanten feiern. Foto: efe

José Manuel Bermúdez (CC) ist dank eines Misstrauensvotums zurück auf dem Bürgermeisterposten

Teneriffa – Im Rathaus von Santa Cruz de Tenerife hat erneut ein Farbwechsel stattgeffunden. Der nach zwei Amtszeiten nach den Wahlen im Mai 2019 in die Opposition verwiesene Bürgermeister José Manuel Bermúdez ist dank eines Misstrauensantrags mit 14 zu 13 Stimmen zurück auf dem Posten.
Bereits Anfang Juni reichte die Coalición Canaria (CC) mit Bermúdez an der Spitze, zusammen mit der abtrünnigen Stadträtin von Ciudadanos und den langjährigen Bündnispartnern der Partido Popular (PP), einen Misstrauensantrag gegen die seit 13 Monaten amtierende Bürgermeisterin Patricia Hernández (PSOE) ein. Sie hatte es mit der Unterstützung von Podemos und Ciudadanos geschafft, nach vierzig Jahren die Ära der CC in Santa Cruz zu beenden. Vorläufig, wie sich gezeigt hat.

Patricia Hernández warf CC vor, nur nach der Macht zu streben. Foto: efe
Patricia Hernández warf CC vor, nur nach der Macht zu streben. Foto: efe

Am 13. Juli erfolgte das Misstrauensvotum, dessen Ergebnis keine Überraschung war. Mit den Stimmen von CC, PP und Evelyn Alonso, dem abtrünnigen Parteimitglied von Ciudadanos, wurde Patricia Hernández abgesetzt und José Manuel Bermúdez wieder als Bürgermeister vereidigt.
Vor dem Rathaus hatte sich eine beachtliche Menschenmenge versammelt und es waren „Corrupción“-Rufe zu hören. Die Spannung war auch im Plenarsaal groß. Bermúdez warf Patricia Hernández vor, die Stadt zum Stillstand gebracht zu haben, und Hernández konterte, dass CC die Macht brauche wie andere die Luft zum atmen, und mit diesem Misstrauensvotum verhindern wolle, dass der wiederholte Amtsmissbrauch bei der Staatsanwaltschaft angezeigt wird.

Der neue alte Bürgermeister lässt sich vor dem Rathaus von Sympathisanten feiern. Foto: efe
Der neue alte Bürgermeister lässt sich vor dem Rathaus von Sympathisanten feiern. Foto: efe

Mit der Rückeroberung von Santa Cruz de Tenerife für Coalición Canaria wird José Manuel Bermúdez zur Hauptfigur in seiner Partei, die im letzten Jahr an Einfluss verloren hat. Nach dem Wahlergebnis 2019 werden die Kanarischen Inseln erstmals seit 1993 nicht mehr von CC regiert, und auch die Cabildos von Teneriffa und La Palma gingen nach Misstrauensanträgen an die Sozialisten.
Zudem hat CC in der letzten Zeit unter verschiedenen Korruptionsaffären gelitten, wie der Fall Las Teresitas, in dessen Verlauf der ehemalige CC-Bürgermeister Miguel Zerolo zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde.

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