RÜCKBLICK


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Die wichtigste Nachricht vor 30 Jahren

Auch vor dreißig Jahren machte man sich hier auf den Kanaren schon Sorgen um die Verseuchung der Strände und der Fischgründe durch Öl. Doch ging es damals nicht um Probebohrungen und Öl- und Gasförderung aus dem Meer, gegen die heute große Protestaktionen laufen, sondern um die Schifffahrtswege, auf denen sich der Schiffsverkehr zwischen den Inseln bewegte. Nicht selten kam es zu Havarien, welche die Küsten mit einer Ölpest bedrohten.

In unserer Ausgabe vom 4. Januar 1985 berichteten wir über den Unfall eines Container-Schiffes, das kurz vor Weihnachten vor Fuerteventura auf Grund gelaufen war und bis zum Erscheinungsdatum unserer Zeitung nicht geborgen werden konnte. In den Tanks des Schiffes befanden sich 140 Tonnen Dieselöl, die aufgrund der Witterungsbedingungen nicht abgepumpt werden konnten, sodass die Fischer der Zone, die für ihren Reichtum an Fischen, Muscheln und Schalentieren bekannt war, eine Ölpest und damit die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage befürchteten (was jedoch letztlich verhindert werden konnte). Kurioserweise kam es damals noch zu einer Schießerei, als eine Gruppe Jugendlicher das Schiff entern wollte.

Ein Containerschiff strandete kurz vor Weihnachten

Die Küste Fuerteventuras von einer

Ölpest bedroht!

Das Container-Schiff Júcar der spanischen Reederei Pinillos, das einige Tage vor Weihnachten in der Bucht von Santa Inés auf Fuerteventura gestrandet ist und bisher nicht geborgen werden konnte, bedroht diesen Küstenstreifen, der besonders reich an Fischen, Muscheln und Schalentieren ist, mit einer Ölpest. In den Tanks des Schiffes befinden sich rund 140 Tonnen Dieselöl, die noch immer nicht abgepumpt werden konnten. Obwohl offizielle Stellen bislang bestritten haben, dass bereits kleinere Mengen Diesel aus den Tanks ausgetreten sind, hat die regionale Partei Fuerteventuras, die „Asamblea Majorera“ Alarm geschlagen und die Öffentlichkeit darüber informiert, dass mehrere Kilometer Küste unmittelbar gefährdet sind. Die Partei hat angekündigt, dass sie alle rechtlichen Möglichkeiten nutzen wird, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. An der Unglücksstelle kam es kürzlich zu einem Zwischenfall, bei dem ein junger Mann durch Schüsse verletzt wurde. Offenbar war eine Gruppe junger Leute an der Buch erschienen, wo das gestrandete Schiff festliegt. Zwei Wachmänner versuchten, sie aufzuhalten und verlangten die Ausweise. Bei einem nachfolgenden Handgemenge schoss einer der Aufseher und traf einen jungen Mann in das Knie, sodass dieser ins Krankenhaus gebracht werden musste.




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