RÜCKBLICK


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Die wichtigste Nachricht vor 30 Jahren

Anfang der 80er-Jahre hatte auch Spanien aufgrund der weltweiten Ölkrise schon einmal mit einer schweren Wirtschaftskrise zu kämpfen. Die Wirtschaft stagnierte, und die Arbeitslosenzahlen stiegen auf erschreckende Weise.

Auch auf den Kanaren machte sich die Krise besonders stark bemerkbar, denn der Tourismus aus Europa ging zurück, und die Besucherzahlen brachen ein. Überall wurden Bauprojekte stillgelegt, und im Inselsüden von Teneriffa und Gran Canaria standen zahlreiche unvollendete Hotel- und Apartmentbauten. Ein Staatsvertrag zwischen den drei Sozialpartnern sollte aus der Krise führen.

In unserer Ausgabe vom 19. Oktober 1984  berichteten wir darüber, dass nach langen und harten Verhandlungen zwischen der Regierung, dem Unternehmerverband und den Gewerkschaften ein Wirtschafts- und Sozialabkommen unterzeichnet wurde. Dieser Vertrag sollte das Land aus der Krise führen und den Arbeitsfrieden sichern. Der damalige Regierungschef Felipe González, Unternehmerpräsident José María Cuevas und der Generalsekretär des Sozialistischen Gewerkschaftsverbandes UGT, Nicolás Redondo, unterzeichneten in Madrid das Abkommen für die Jahre 1985 und 1986. Übrigens das Fünfte in der Zeit der spanischen Demokratie und nach der Ansicht der Verhandlungspartner „das Beste, das es je gab“.

Der beste Weg, die Krise zu überwinden

Nach langen Verhandlungen konnte jetzt endlich in Madrid das staatliche Wirtschafts- und Sozialabkommen für die Jahre 1985 und 1986 unterzeichnet werden. Vertragspartner sind die Regierung, der Spanische Unternehmerverband und die Sozialistische Gewerkschaft UGT, die alle darin übereinstimmen, dass dieses Vertragswerk das beste Sozialabkommen ist, das je geschlossen wurde.  Bei dem feierlichen Akt der Vertragsunterzeichnung erklärten die drei Vertragspartner einhellig, dass dieser Vertrag dazu beitragen wird, aus der Krise zu führen und den Arbeitsfrieden zu sichern.

Die harten Verhandlungen zwischen der Regierung, den Unternehmern und den Gewerkschaften, die bereits Anfang Juli begonnen hatten, fanden damit einen glücklichen Abschluss.

Die Vertreter der Kommunistischen Gewerkschaft CC.OO. Comisiones Obreras haben sich allerdings von diesem Vertragswerk distanziert, das sie als „arbeitnehmerfeindlich“ bezeichneten.

Mehr als einmal standen die Verhandlungen, an denen neben verschiedenen Ministerien auch zahlreiche Experten der beteiligten Sozialpartner mitwirkten, kurz vor dem Scheitern, und nur die Tatsache, dass sich immer höhere Stellen einschalteten um zu vermitteln, konnte einen endgültigen Abbruch der Verhandlungen vermeiden.




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