Rettungsaktion für Sturmtaucher


© Cab TF/Fva

Umweltamt bittet Bürger um Mithilfe

In den Abendstunden sind sie in ruhigen Küstengegenden deutlich zu hören, die jammernden, schnatternden Schreie der Pardelas. Diese auf den Kanarischen Inseln geschützten Zugvögel halten sich tagsüber meist über dem Meer auf und kommen erst in der Abenddämmerung an die Küsten, wo sie auf den Klippen nisten.

Mitte Oktober hat die diesjährige Rettungsaktion des Umweltamtes von Teneriffa zum Schutz der Gelbschnabel-Sturmtaucher (Calonectris diomedea) begonnen, die bis Mitte November dauert. Sie hat zum Ziel, verunglückte Jungvögel in die Wildtier-Pflegestation „La Tahonilla“ zu bringen, wo sie versorgt werden, bis sie wieder kräftig genug sind, um ihr Leben in Freiheit zu beginnen. Jedes Jahr verunglücken viele Jungvögel in Küstengebieten, weil sie, durch die Lichter in den Küstenorten geblendet, die Orientierung verlieren. Nach solchen Notlandungen schaffen es die meisten nicht wieder, den Flug aufzunehmen, weshalb die Bevölkerung um Mithilfe gebeten wird.

Im vergangenen Jahr wurden in der der Wildtier-Pflegestation „La Tahonilla“ 1.300 Gelbschnabel-Sturmtaucher-Küken eingeliefert, die bei ihren Erstflügen verunglückt waren. Die erfolgreiche Freilassung gelang in 98,8% der Fälle, meldete das Cabildo.

Wer einen verunglückten Jungvogel findet, wird gebeten, dies umgehend bei „La Tahonilla“ (Carretera General La Esperanza, km 0,4, La Laguna) unter Telefon 922 445 777 oder über den Notruf 112 zu melden. Die Vögel sollte man möglichst nicht anfassen und auch nicht füttern. Die meisten Sturmtaucher bleiben nach einem Unfall reglos am Boden sitzen. Falls sie befördert werden müssen, sollte man sie behutsam in einen mit Löchern versehenen Karton setzen.

Der Gelbschnabel-Sturmtaucher (Calonectris diomedea), auf Spanisch als Pardela Cenicienta bekannt, ist eine auf den Inseln seit Jahren geschützte Zugvogelart. Besonders häufig kommt dieser zur Gruppe der Röhrennasen gehörende Vogel auf Fuerteventura, Lanzarote und dem Chinijo-Archipel vor.

Sie brüten einmal pro Jahr – im Frühsommer – und jedes Paar behütet und bebrütet sein einziges Ei etwa 55 Tage lang. Das Ei wird in eine Nisthöhle an den Klippen oder direkt auf die Felsen gelegt. Wenn das Junge im Sommer schlüpft, wird es eine lange Zeit von den Eltern versorgt, bis es im Herbst flügge ist. Im Oktober verlassen die Jungvögel dann die Nistplätze.

Aufgrund seiner Gefährdung steht der Gelbschnabel-Sturmtaucher auf der Roten Liste gefährdeter Arten des Weltnaturschutzverbandes.




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