Residenz Parque Lotos – die unendliche Geschichte


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Nun lässt die Genehmigung der Stadtverwaltung von Puerto de la Cruz auf sich warten

Sechs Jahre Bauzeit und drei Jahre Stillstand – jetzt fehlt nur noch die Genehmigung der Stadtverwaltung von Puerto de la Cruz, die so genannte Bewohnbarkeitsbescheinigung der Residenz Parque Lotos im Ortsteil La Paz, und die lässt weiterhin auf sich warten.

1999 wurde mit dem Bau einer der schönsten und anspruchsvollsten Wohnanlagen von Puerto de la Cruz begonnen. In Zusammenarbeit mit einem namhaften Architekten wollten die Bauherren ein Zentrum für betreutes Wohnen mit hohem Standard schaffen. Das Gebäude, im maurischen Stil gehalten und von einer herrlichen Gartenanlage umgeben, wurde teilweise von Kunsthandwerkern ausgestaltet, die aus Marokko kamen – es sollte eben alles stilecht sein und ein echte Juwel werden. Eingeplant war auch ein großes Gesundheitszentrum im Tiefgeschoss des Gebäudes. Im Verlaufe der Bauzeit musste die Idee des betreuten Wohnens aufgegeben werden, da das Kaufinteresse hinter den Erwartungen zurückblieb.

Rund 25 deutsche Käufer erwarben in dieser Zeit eine Wohnung im Lotospark, die sie als festen Wohnsitz oder als Zweitwohnung für die Wintermonate benutzen wollten. Auch mehrere Spanier kauften sich ein.

Nach sechs Jahren kam der Bau, unter anderem durch den Tod des Bauherrn, zum Stillstand und die Käufer sahen lange Zeit keine Chance ihr Eigentum jemals in Besitz nehmen zu können. Inzwischen sind weitere drei Jahre ins Land gegangen und es hat sich eine Interessengemeinschaft gegründet, um die Angelegenheit voranzutreiben. Es wurde allen gesetzlichen Vorschriften Genüge getan – die Eigentumsverhältnisse sind notariell verbrieft, die Kataster- und Grundbucheintragungen sind erfolgt, die Grund- und Vermögenssteuern werden regelmäßig bezahlt und die vorgeschriebene Eigentümergemeinschaft ist konstituiert worden. Für die Betroffenen ist es daher unverständlich, warum sie ihre Wohnungen noch immer nicht beziehen können. Bei einigen Ehepaaren unter den Käufern ist inzwischen ein Partner verstorben, ohne den Traum vom gemeinsamen Lebensabend im eigenen Zuhause auf Teneriffa verwirklichen zu können.

Anfang des Jahres hatte ihr Vertreter mit der Stadtverordneten für Urbanismus mehrfach verhandelt, und ihm wurde bei dieser Gelegenheit eine Liste mit verschiedenen Auflagen baulicher Art übergeben, die noch zu erfüllen waren. Diese Arbeiten sind längst durchgeführt worden, aber die versprochene Genehmigung lässt auf sich warten.

Für die Räumlichkeiten des Gesundheitszentrums gibt es eine Interessentengruppe, die an einem Erwerb brennend interessiert ist. Es handelt sich um mehrere Ärzte der bekannten Berliner Charité, die dort ein Ärzte- und Reha-Zentrum einrichten wollen. In der Planung sind ärztliche Abteilungen für Geriatrie, plastische Chirurgie, Rehabilitation sowie kosmetische Behandlungen. Namhafte deutsche Reiseveranstalter haben ihr Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet. Eine Einrichtung die mit Sicherheit eine Bereicherung für die Touristenstadt Puerto de la Cruz bedeuten würde. Doch steht und fällt alles mit der Erteilung der fehlenden Lizenz durch die Stadtverwaltung.

Es ist einfach unverständlich, warum die Angelegenheit immer wieder auf die lange Bank geschoben wird, die eigentlich nur positive Aspekte für die Stadt bietet. Eine Wohnanlage, die seit Jahren unfertig leer steht, würde endlich mit Leben gefüllt. Residenten in gesicherter finanzieller Situation als neue Bürger könnten Steuereinnahmen bringen und ein Gesundheitszentrum von hohem Standard mit Sicherheit auch aus touristischer Sicht von gro­ßem Interesse sein.

Die Betroffenen hoffen, dass ihr Anliegen auf diesem Weg bei den zuständigen Stadtverordneten im Rathaus von Puerto de la Cruz offene Ohren findet und eine längst überfällige Entscheidung getroffen wird.




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