Rentner leben in Armut


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Wochenblatt-Leser helfen

Mehr als 57 Prozent der Rentner auf den Kanarischen Inseln leben aufgrund ihrer niedrigen Altersversorgung unterhalb der Armutsgrenze. Die meisten von ihnen müssen mit einer Rente auskommen, die weit unter 700 Euro liegt. Das hat jetzt der Repräsentant der Plattform zur Verteidigung der öffentlichen Renten, Luis Serichol, mitgeteilt.

Zwölf Prozent der Menschen im Rentenalter, die keine Beiträge zur Rentenversicherung geleistet haben, müssen mit einer Sozialrente von nur 350 Euro monatlich auskommen, erklärte der Sprecher. „Von 2009 bis heute haben die Bezüge der Rentenempfänger außerdem noch sieben Prozent an Kaufkraft verloren“.

„Diese Daten sollten eigentlich ausreichen, damit die zuständigen Institutionen sich darum bemühen, dieses Problem zu lösen, doch das ist leider nicht so. Eher sieht es danach aus, als würde sich die Situation noch weiter verschlimmern“, befürchtet Serchiol.

Daher hat die Fraktion der Partei Podemos im Cabildo von Teneriffa beschlossen, bei der nächsten Sitzung einen entsprechenden Antrag einzubringen. Sollten sich die übrigen im Cabildo vertretenen Parteien anschließen, soll die Madrider Regierung aufgefordert werden, die Renten auf den Kanaren, ebenso wie den gesetzlichen Mindestlohn, auf tausend Euro festzusetzen. 

Podemos fordert Bindung an Lebenshaltungskosten-Index

Ebenso verlangt Podemos gemeinsam mit der Plattform, die Renten jährlich an den IPC – den Lebenshaltungskosten-Index  – anzupassen und die erlittenen Verluste rückwirkend ab 2012 auszugleichen. Doch die Forderungen der linkspopulistischen Partei zugunsten der Rentner umfassen noch andere Fakten. So soll das Pensionsalter auf 65 Jahre „zurückgeschraubt“ und die Zuzahlung bei den Medikamenten abgeschafft werden. Außerdem lehnt Podemos eine angedachte Privatisierung der Sozialversicherung ab. Ganz allgemein soll die Grundversorgung der alten Menschen gesetzlich garantiert werden.

Fernando Sabaté, der Sprecher von Podemos im Cabildo von Teneriffa, monierte, dass die spanische Regierung lediglich 12 Prozent des Brutto-Inlandsproduktes für die Renten bereitstellt, und damit weit hinter den meisten europäischen Ländern liegt. „Wenn schon keine Anhebung möglich ist, so sollte doch zumindest die Kaufkraft erhalten bleiben“.

Sabaté wies auch auf die enorme Differenz der Renten zwischen den Geschlechtern hin. Frauen erhalten hier besonders niedrige Altersrenten, weil sie meist nur in Teilzeit arbeiten oder schlecht bezahlte Stellen mit sogenannten Contratos basura – Müllverträgen – bekommen, oder noch niemals eine Arbeitsstelle hatten. Wie die Statistik besagt, gehen nur 36 Prozent der Altersrenten an Frauen. 62 Prozent davon betragen weniger als 600 Euro, während nur 18 % der Bezüge der männlichen Rentner unter diesem Satz liegen.

Francisca Rosa Rivero, die ebenfalls für Podemos im Inselrat sitzt, kritisiert die Reform, welche die Regierung Rajoy 2013 durchgeführt hat und durch welche die Renten von der Anpassung an den Lebenshaltungskosten-Index abgekoppelt wurden, was einen bedeutenden Verlust der Kaufkraft für die Rentenempfänger bewirkt hat. Das, so Rivero, verstärke nicht nur die Verarmung und Ausgrenzung der Rentenempfänger sondern auch ihrer Angehörigen, die oftmals wieder im Haushalt der Eltern leben, weil sie ihren Arbeitsplatz verloren haben. 

Kleine Spende mit großer Wirkung

Wie auch mit geringen Mitteln viel Hilfe geleistet werden kann, konnten wir jetzt erfahren. Eine Caritashelferin hatte uns darauf hingewiesen, dass eine bedürftige Familie die Möglichkeit habe, kostenlos Tiefkühlkost gespendet zu bekommen, jedoch über keinen Gefrierschrank verfüge, um diese zu lagern. Für 160 Euro konnten wir bei einem Großhändler eine Gefrierbox erwerben und eine ganze Familie damit glücklich machen. 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den lieben Freunden, die uns erneut mit einer Spende bedacht haben: Hans Jürgen Rayen, Annette Becker, Johanna Schreier und Michael Stoetzer. Dank auch den netten Menschen, die uns regelmäßig mit einer Patenschaft unterstützen.

Ein „sinnvolles“ Geschenk

Jetzt ist wieder die Zeit der Hausfeste. Es wird zu Geburtstagen, Jubiläen und anderen Festlichkeiten eingeladen und man weiß gar nicht mehr so recht, was man sich von seinen Gästen wünschen soll. Warum stellen Sie nicht eine Geschenkebox auf und wünschen sich eine Geldspende für die Aktion „Aus Geben wächst Segen“, das ist wirklich ein sinnvolles Geschenk. Einige unserer Leser haben so beachtliche Beträge für unser Spendenkonto zusammengebracht und waren stolz auf ihre großzügigen Gäste.

„La Mesa“, Puerto de la Cruz und San Isi­dro/­ Granadilla (12/09, 02/10, 03/10) Euro 7.300

Servicio Social Adeje (12/09) Euro 2.500

Sozialer Speisesaal „Hijas de Caridad“, Santa Cruz de Tenerife (02/10, 05/10, 12/10, 07/11, 01/12, 12/12) Euro 15.000

Fundación „Candelaria Solidaria“ (02/10) Euro 1.000

Kinder-Tageszentrum Padre Laraña, Santa Cruz de Tenerife (04/10, 11/10, 12/10, 04/11, 09/11, 01/12, 04/12, 12/12, 01/13, 03/13, 8/13, 01/14 Weihnachtsbescherung, 03/14, 04/14, 12/14, 03/15, 07/15, 01/16) Euro 31.760

Caritas Puerto de la Cruz (06/10, 08/10, 01/11, 10/11) Euro 3.000

Sozialer Speisesaal „San Pío X“, Santa Cruz de Tenerife (09/10, 01/13) Euro 4.500

Caritas Teneriffa (03/11, 9/15) Euro 3.500

Sozialer Speisesaal „Casa de Acogida María Blanca“, Puerto de la Cruz (8/11, 01/12, 9/12, 12/12, 03/13, 12/13, 2/14, 03/14) Euro 10.930

Caritas „Virgen de los Dolores“, Puerto de la Cruz (01/12, 09/12, 06/13, 06/14, 6/15, 01/16) Euro 5.750

Caritas Los Cristianos (02/12) Euro 2.000

Sozialer Speisesaal „San Vicente de Paúl“, La Laguna (05/12, 12/12, 2/14, 6/15, 12/15) Euro 11.500

Vier Hilfsstellen der Caritas, Puerto und Umgebung: „Virgen de los Dolores“, „San Juan de Padua“, „La Candelaria“ und „Peña de Francia“ (12/12, 3/13, 12/13, 3/14) zusammen Euro 8.000

Kinder-Tageszentrum in La Vera (1/13, 8/13, 03/14, 04/14) Euro 2.483,83

Caritas Los Potreros, Los Realejos (05/13, 9/13, 12/13, 10/14, 2/15) Euro 3.300

Caritas La Concepción, Los Realejos (10/14, 12/14, 11/15, 3/16) Euro 3.410

Caritas Gemeinde San Juan Bautista, La Orotava (mehrere Zahlungen 12/14) zus. Euro 3.775

Tagesstätte für behinderte Kinder, CREVO, La Orotava (07/15, 01/16, 2/16) Euro 6.000

Hospital La Inmaculada, Puerto de la Cruz (12/15) Euro 2.000

Refugio Majorero, Fuerteventura (02/16) Euro 250

Einladung zum Mitmachen

Die Idee ist ganz einfach: Sie spenden einen Einmalbetrag oder sagen zu, monatlich ein Jahr lang, „Überwinterer“ vielleicht auch nur ein halbes Jahr lang, einen festen Betrag auf das Sonderkonto unserer Gemeinschaftsaktion „Aus Geben wächst Segen“ bei der Banco de Sabadell einzuzahlen. Bankdirektor Don Emilio Bas Castells führt dieses Konto für uns kos­tenlos.  

Das Wochenblatt garantiert, dass jeder Cent von diesem Konto ohne Abzug Hilfsorganisationen auf Teneriffa zugute kommen wird. Von der Organisation, die Ihr Geld erhalten hat, bekommen Sie auf Wunsch eine Spendenbescheinigung. Als Vorbild für mögliche weitere Spender zur Nachahmung werden im Rahmen des „Spendenbarometers“ die Namen der Mitmachenden, sowie Höhe der Beträge in jeder Wochenblatt-Ausgabe veröffentlicht. Sie können sich dazu auch einen „Mitmachnamen“ ausdenken, unter dem Ihre Gabe genannt wird.

Unser Spendenkonto bei der Banco Sabadell

IBAN: ES1400810403340001185625 

BIC: BSABESBBXXX




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