Regionaler Liquiditätsfonds schließt Finanzlücke


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Kanarenregierung nimmt wieder den FLA in Anspruch

Der kanarische Regierungsrat hat beschlossen, zum zweiten Mal den Regionalen Liquiditätsfonds (FLA) in Anspruch zu nehmen, und 421,89 Millionen Euro, die maximal mögliche Summe, zu beantragen.

Der Beschluss wurde gefasst, nachdem die Bedingungen für die Kreditvergabe, die etwa denen von 2012 entsprechen, bekannt gegeben worden waren.

Der FLA ist eine Kreditlinie mit günstigen Konditionen, welche die spanische Regierung geschaffen hat, nachdem die Zinsen im ersten Halbjahr 2012 so stark angestiegen waren. Damit waren die hochverschuldeten autonomen Regionen Spaniens nicht mehr in der Lage, zur Deckung ihrer Defizite Kredite am freien Markt aufzunehmen. Die Kanaren hatten sich dann zum ersten Mal im Oktober 2012 unter den regionalen Rettungsschirm begeben. Damals sind rund eine dreiviertel Milliarde geflossen, heute liegt die Obergrenze bei den genannten 421,89 Millionen.

Zum einen soll mit den Geldern aus dem FLA ein Teil des erlaubten Defizits von 0,7% (im Vorjahr 1,5%) abgedeckt, dorthin gehen 292 Millionen Euro, und zum anderen fällig werdende Kredite gezahlt werden, dafür sind die restlichen 129 Millionen vorgesehen.

Der Kredit, der eine Laufzeit von zehn Jahren hat, deckt nur 40% der notwendigen Finanzierung von 1,1 Milliarden ab. 

Offen sind noch weiterhin 137 Millionen Rückzahlungen an den Staat für die Finanzierungen aus den Jahren 2008 und 2009 sowie die Rückzahlung der abgeschafften Allgemeinen Umsatzsteuer für Unternehmen.

Die autonome kanarische Region hatte im vergangenen Jahr 508 Millionen Euro mehr Ausgaben als Einnahmen. Damit verzeichnete sie ein Defizit von 1,23% des regionalen BIP und lag somit 0,27% bzw. 112 Millionen Euro unter dem erlaubten Defizit von 1,5%.




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