Puerto: Situation des Tourismus immer „dramatischer“


© Moisés Pérez

Die Urlauberstadt im Norden im Vergleich zur Costa Adeje im Süden

Schon lange herrscht in Puerto de la Cruz Flaute im Tourismus. Die neuesten Zahlen für das erste Halbjahr 2010 sind niederschmetternd, insbesondere im Vergleich zu den Ergebnissen von Costa Adeje.

So verzeichnete Puerto de la Cruz bis Juli 466.134 Übernachtungsgäste und damit  5,87% weniger als im selben Zeitraum 2009, während Costa Adeje sich über 815.312 und damit um 2,7% mehr übernachtende Touristen freuen konnte. Die durchschnittliche Belegung der Nordstadt belief sich auf 51,82% (3,76% weniger), in Costa Adeje auf 68% (4,8% mehr).

Bei den Hotelgästen beklagte Puerto de la Cruz 3,28% weniger, Costa Adeje begrüßte 6,3% mehr – insbesondere die gehobenen Hotels mit 4 und 5 Sternen registrierten ein Plus von 10%. Die Zahl der Übernachtungsgäste in anderen Ferienunterkünften fiel beiderorts negativ aus: in Puerto de la Cruz um 10,94%, in Costa Adeje um 3,6%.

 Puerto verlor 11,11% an spanischen, 2,92% an deutschen und 3,73% an englischen Touristen während Costa Adeje 17% mehr Spanier, 5,7% mehr Deutsche und 1,7% mehr Engländer begrüßen konnte.

In einer Tageszeitung Teneriffas stuft Juan Antonio Rosado, Vizepräsident für den Bereich Norden des Hotelverbandes Ashotel, die touristische Situation von Puerto de la Cruz als „dramatisch“ ein. Viele Hotels müssten mittlerweile schließen. Die Stadt könne nicht mit dem touristischen Angebot des Südens konkurrieren und würde deshalb potentielle Gäste an den Süden verlieren. Rosado fordert von den Politikern mehr Interesse an der Stadt und kommt zu dem Schluss, dass bei weiterhin ausbleibender Schaffung eines attraktiven und neuen Freizeitangebotes eine Abwanderung der Touristen in den Süden nicht aufzuhalten sei.

Auf der anderen Seite frohlockte Miguel Ángel Santos Cruz, Gemeinderat für Tourismus von Adeje, angesichts der positiven Zahlen von Costa Adeje: der Rückgang der Urlauberzahlen vom Hauptquellmarkt Großbritannien sei gebremst, die Anzahl spanischer Touristen wäre gestiegen und auch die Erholung des deutschen Marktes sei spürbar. Dank der Abkommen mit der Fluglinie Ryan Air, die bald wöchentlich Pisa, Bologna, Rom und Marseille anfliegen werde, sei auch ein Anstieg der Besucherzahlen aus Italien und Frankreich zu erwarten. Santos Cruz zeigte jedoch auf, dass weiterhin koordiniert an der Verbesserung des Ortes als Tourismusziel zu arbeiten sei, sowohl an der Infrastruktur als auch am Freizeitangebot, einem attraktiveren Handel, der Verbesserung des Services und der professionellen Ausbildung des Personals.




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