Puerto de la Cruz erhält Lebensmittelhilfe vom Staat


© Ayto. Puerto de la Cruz

Bürgermeisterin Padrón bemüht sich um Aufbesserung ihres Sozialimages

Der Gemeinderat von Puerto de la Cruz bemüht sich mit der sozialistischen Bürgermeisterin Lola Padrón an der Spitze zusehends um die Aufbesserung seines Sozialimages.

Padrón und ihre Parteikollegen in der Stadt waren letztens ins Fadenkreuz der Kritik geraten, nachdem sie eine Protestaktion von bedürftigen Bürgern und Vertretern der Hilfsorganisation „La Mesa“ vor dem Rathaus ignorierten und später den im Tafel-Stil aufgebauten Verband „La Mesa“ diskreditierten.

Nun hat die Stadt großspurig mitgeteilt, dass sie vom spanischen Staat (aus dem spanischen Garantiefonds für die Landwirtschaft über den Plan 2009 zur Unterstützung bedürftiger Personen) 26.000 kg Lebensmittel erhalten hat, die nun an die hilfsbedürftigen Familien in der Stadt verteilt werden. Von der Stadt wird betont, dass diese Hilfe vollkommen unentgeltlich erfolgt (ein Seitenhieb auf „La Mesa“, denn dort wird pro Einkauf 1 Euro berechnet) und den Familien ins Haus geliefert wird. Auf diese Weise will die Stadt Nahrungsmittel wie Milch, Käse, Milchshakes, Fruchtsäfte, Teigwaren, Kekse, Müsli, Reis, Zucker und Babynahrung verteilen. Im Juli werde dann eine weitere Nahrungsmittellieferung der spanischen Lebensmittelbank erwartet.

Die Bürgermeisterin äußerte sich „sehr zufrieden“ über diese Unterstützung von Seiten der spanischen Regierung und stellte fest, dass diese Hilfe die vom Sozialamt der Stadt geleistete Lebensmittelhilfe noch verstärkt. Das Rathaus unterhalte Abkommen mit 17 Hilfsorganisationen, unterstrich Padrón.

„La Mesa“ bedient mittlerweile 775 Familien aus 18 Gemeinden

In keiner Weise unterstützt wird bislang der noch relative junge Hilfsverband „La Mesa“. Im Gegenteil, die Inititative wird von Gemeindeseite eher bekämpft. Dabei leistet der Verband wertvolle Sozialhilfe und versorgt eine immer größere Zahl von Bedürftigen. Erst vor wenigen Tagen berichtete die Sekretärin des Verbands, die Deutsche Ingrid Lüttgenau, der Tageszeitung El Día, dass „La Mesa“ aufgrund der immer neuen Anfragen überlastet ist. Längst bedient die Lebensmittelausgabe, die sich hauptsächlich aus Spenden finanziert, nicht mehr nur Familien aus Puerto de la Cruz. Lüttgenau berichtete El Día, dass „La Mesa“ 561 Familien aus Puerto plus über 200 Familien aus 17 anderen Inselgemeinden – auch aus dem Süden – versorgt. In Bezug auf die von der Stadt erhaltenen 27 Tonnen Lebensmittelhilfe stellte Lüttgenau sich die Frage: „Wozu will die Stadt dieses Essen, wenn die sozialistische Stadtverwaltung behauptet hat, in der Stadt gebe es keinen Hunger und keine Bedürftigen?“

„La Mesa“ hat seit September letzten Jahres etwa 80.000 kg Lebensmittel und über 16.000 Liter Wasser an Bedürftige ausgegeben. „Die Unterstützung der Firmen ist wesentlich, doch uns fehlte es an kontinuierlicher Hilfe“, so Lüttgenau. Im Gegensatz zur Stadt Puerto hat das Cabildo von Teneriffa sich der Initiative gegenüber äußerst aufgeschlossen gezeigt und sich auch in die Liste der Spender eingereiht. Nun verhandelt „La Mesa“ erneut mit Cabildo-Chef Ricardo Melchior und möchte erreichen, dass die Inselverwaltung für jede bei dem Hilfsverband angemeldete Familie einen Festbetrag von 6,31 Euro leistet; so könnten die Kosten besser getragen werden.




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