Proteste gegen drohende Schließung der Musikschule


Schlechte Finanzlage der Stadt Puerto de la Cruz schwebt wie ein Damoklesschwert über der Einrichtung

Eine Gruppe von Schülern und Schülereltern der städtischen Musikschule von Puerto de la Cruz stellt sich mit Protest und einer Unterschriftensammlung der drohenden Schließung dieser Einrichtung entgegen.

Die schlechte Finanzlage der Stadt, die bereits zur Schließung der Volkshochschule (Universidad Popular) geführt hat, droht nun der Musikschule mit dem selben Schicksal. 5.100 Unterschriften von Unterstützern ihres Anliegens konnte die Interessengruppe bereits dem Stadtrat vorlegen.

Derzeit werden an der städtischen Musikschule 440 Schüler von 11 Lehrern unterrichtet. Infolge mehrerer fehlgeschlagener Versuche der Interessengemeinschaft, einen Termin bei Bürgermeister Marcos Brito zu bekommen, schließen die Betroffenen weitere Protestaktionen nicht aus.

Die ungeklärte Lage habe bereits viele Musikschüler bewogen, sich für das kommende Schuljahr bei Musikschulen von Nachbargemeinden anzumelden. Dies habe aber längere Transportwege und folglich auch höhere Kosten zufolge, wird moniert. Außerdem sei dies genau die Reaktion, die von der Stadtverwaltung bezweckt werde, denn eine sinkende Zahl der Anmeldungen werde vermutlich als Vorwand für die Schließung verwendet. „Mit der Volkshochschule geschah doch das Gleiche“, schimpft eine Schülermutter. „Zuerst haben sie behauptet, dass sie sich darum bemühen, eine Schließung zu vermeiden, und dann haben sie die Zahl der Kurse immer weiter reduziert, bis die Einrichtung schließlich ganz geschlossen wurde“.

Juan Carlos Marrero, Leiter des zuständigen Amtes bei der Stadt, reagierte auf die Proteste nun mit einer Stellungnahme. Die Musikschule werde am 30. Juni geschlossen, sofern nicht ein Abkommen mit den Lehrern erzielt werde, bedauerte er. Die Gehälter der Lehrkräfte seien der größte Ausgabenposten der Musikschule und eine Kürzung im Sinne des Fortbestands der Einrichtung unumgänglich. Der Vorschlag beinhalte eine Kürzung der Gehälter, die über 2.000 Euro liegen, um 18%, der Gehälter zwischen 1.500 und 2.000 Euro um 10% und der übrigen Gehälter um 8%, erklärte Marrero. Drei Faktoren seien für das Fortbestehen der Musikschule entscheidend: die Zahl der Anmeldungen, wobei die derzeitige Schülerzahl zeigt, dass hier nicht das Problem liegt; die Sicherung der finanziellen Zuwendung der Stadt, die laut Marrero ebenfalls so gut wie unter Dach und Fach ist – hier ist die Rede von jährlich 582.000 Euro – und die Gehälter der Lehrkräfte. Nun hänge es von der Zustimmung der Lehrkräfte ab, ob sie die neuen Bedingungen akzeptieren. Neben einer Gehaltskürzung beinhalten diese die Änderung der festen Arbeitsverträge in befristete. Während der drei Monate der Sommerferien sollen sich die Beschäftigten beim Arbeitsamt melden, im Herbst werden sie dann wieder für neun Monate angestellt. Die Musikschule von Puerto de la Cruz wurde 1998 mit dem Ziel gegründet, allen Bevölkerungsschichten Zugang zu einer musikalischen Ausbildung zu ermöglichen.




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